Bad Salzelmen. Viel zu bereden hatten die Vertreter des Naturschutzbundes ( NABU ) von der Ortsgruppe Schönebeck am Mittwochabend bei ihrem turnusmäßigen Treffen im Ratskeller Bad Salzelmen. Zwar standen auf der Liste von Ortsvorstand Michael Wunschik nur sechs Tagsordnungspunkte, aber die hatten es zum Teil in sich. Immerhin geht es bei den NABU-Leuten grundsätzlich um den Schutz der natürlichen Mitwelt. Und diesbezüglich kommen immer wieder arge Sündenfälle vor.

So beklagte NABU-Frau Heike Müller das Fällen, beziehungsweise das unfachmännische Zurückschneiden von Bäumen und Gehölzen an der Güstener Eisenbahnlinie durch Mitarbeiter einer von der Bahn beauftragten Firma. In diesem Punkt habe sich bereits die Naturschutzbehörde des Landkreises eingeschaltet, hieß es in der Runde. Da die Fällaktion außerhalb des vorgeschriebenen Zeitraumes 1. September bis 15. März erfolgte, sei sie ohnehin nicht konform mit den gesetzlichen Vorgaben. Zudem sei an eben dieser Stelle Schmutzwasser in einen Vorfuter eingeleitet worden, ohne Genehmigung der Unteren Wasserbehörde. Die Bahn, auf diese Missstände hingewiesen, habe Besserung gelobt, versicherte Karl-Heinz Schuppe vom NABU. Er hatte sich mit den Verantwortlichen in Magdeburg in Verbindung gesetzt und bei ihnen " großes Verständnis " gefunden, wie er betonte.

Ebenso unzufrieden sind die Naturschützer mit dem Reinigen des zum Solepark gehörenden Schmetterlingsteiches im Tannenwäldchen gerade zur Frühlingszeit. Die Zerstörung von wertvollem Amphibien-Laich beklagte auch der Gast des Abends, der Schönebecker Horst Bust. Nach Auskunft von Michael Wunschik laufe der Vertrag zwischen Solepark und einer beauftragten Firma in diesem Jahr aus und werde neu ausgeschrieben. Solepark-Chefn Ines Grimm-Hübner habe bereits zugesagt, die neuen Vertragsgrundlagen mit dem NABU abzustimmen und die Reinigung des kleinen Gewässers in den Herbst zu verlegen.

Verlost worden sind am Mittwochabend vom Naturschutzbund ausgeschriebene Preise zum Eisvogel-Quiz. Glücksfee Heike Müller zog aus dem Topf der eingegangenen Zuschriften die drei Gewinner. Einen Eisvogelanstecker bekommt der bekennende Eisvogelfan Christel Schäfer aus Schönebeck. Über ein handliches ornithologisches Bestimmungsbuch kann sich Eike Arndt aus Barby freuen. Den ersten Preis, eine Tasse mit Eisvogelmotiv, gewinnt Max Neumann aus Wolmirsleben. Obwohl die Teilnahme am Quiz auf ein Alter von zehn Jahren begrenzt war, beantworteten auch ältere Semester die drei gestellten Fragen nach der Lebensweise des Eisvogels ( er ist Vogel des Jahres ). Die älteste Teilnehmerin ist 75 Jahre jung.