Am 22. Mai wandte sich die Vorsitzende des Tierschutzvereins Staßfurt und Umgebung, Ursula Sittig, über das Lesertelefon an die Redaktion, und zeigte sich enttäuscht, dass nur ein Vertreter der Parteien und politischen Vereinigungen der Jahreshauptversammlung des Vereins beiwohnte, um über dessen Arbeit und Probleme zu erfahren. Das, so Sittig, mache die Entscheidung bei der Kommunalwahl einfach. Nun reagieren die Parteien darauf. Ralf-Peter Schmidt, Vorsitzender der Basisorganisation der Partei Die Linke in Staßfurt, sagt : " Da sich die Vereinsvorsitzende nur über die Presse an die Parteien wendet, und offensichtlich nicht mit einer Einladung, kann ich hier nur erklären, dass ich als Vorsitzender und Spitzenkandidat der Staßfurter Linken selbstverständlich an der Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins Staßfurt und Umgebung teilgenommen hätte. Eine Einladung habe ich zur Jahresversammlung jedoch nicht erhalten. Ein Rückschluss auf die Kommunalwahl ist hier also eher eine Fehlanzeige. Aber auch ohne Einladung bin ich bereit im Nachgang mit den Vertretern des Staßfurter Tierschutzes auch kurzfristig und lösungsorientiert zusammen zu kommen. "

Auch Johann Hauser, Spitzenkandidat und Kreisvorsitzender der FDP, ist enttäuscht, nicht persönlich eingeladen worden zu sein. " Das ist eine Gemeinheit zu behaupten, wir würden uns nicht interessieren. " Hauser hätte eine Einladung angenommen. " Ich wäre gern zur Versammlung gekommen, weil Landwirtschaft und der Tierschutz meine politischen Fachgebiete sind. " Sich im Nachgang zu beschweren, sei unfair von den Mitgliedern des Tierschutzvereins. " Ich biete auch jetzt noch die Zusammenarbeit an. "

In einem offenen Brief wandte sich Roman Binder, Bündnis 90 / Die Grünen, an Ursula Sittig. " Ich f nde es auch sehr bedauerlich, dass sich offenbar weder Vertreterinnen und Vertreter der CDU und SPD noch der Partei Die Linke sehen lassen haben. Leider muss ich Ihnen Ihre Wahlentscheidung allerdings noch ein bisschen schwerer machen. Denn da Sie uns als Bündnis 90 / Die Grünen nicht eingeladen haben, waren wir ebenfalls nicht auf Ihrer Jahreshauptversammlung. Es ist richtig, dass wir nur eine kleine Partei sind, aber Tierschutzfragen haben sehr wohl einen hohen Stellenwert in unserer Partei. Ich habe keine öffentliche Bekanntmachung zu Ihrer Jahreshauptversammlung gesehen, ansonsten hätte ich diesen Termin eventuell einrichten können. " Da den Grünen das Thema Tierschutz in jeder Hinsicht am Herzen liege, so Binder, habe er Vertreter des Tierschutzvereins zur Kreismitgliederversammlung eingeladen.

Verwundert über den Vorwurf von Ursula Sittig in der Volksstimme zeigte sich auch die CDU, denn es gab in keiner Form eine Einladung vom Verein. Das bestätigt Vorsitzender Marko Kunze. " Wir als Partei unterstützen die Arbeit des Tierschutzvereins in jedem Fall, denn sie ist wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in einer Kommune. " Nicht zu unterschätzen sei daneben, so der Ortschef der Christdemokraten, dass die Arbeit des Vereins nur über die ehrenamtliche Tätigkeit gelinge. " Das würdigen wir besonders. " Kunze bietet den Mitgliedern des Tischutzvereins an, jederzeit miteinander ins Gespräch zu kommen.

Auch in der SPD wurde man nicht eingeladen. Ortschef Michael Hauschild zeigt sich darüber verwundert, wenn man doch im Verein Wert auf das Miteinander von Tierschützern und Politik lege. " Wir sind den Leitidealen des Vereins gegenüber aufgeschlossen ", so Hauschild. Er will den Aufruf Ursula Sittigs zum Anlass nehmen, in dieser Woche mit der Vereinsvorsitzenden zu telefonieren, um die Zusammenarbeit zu besprechen. Ansonsten, so der Staßfurter SPD-Vorsitzende, sei die Partei sehr an der Arbeit des Vereins interessiert. ( dw )

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Gotelind Sauer aus Neundorf freut sich über die Entwicklung des Tourismuszentrums am Löderburger See. Die Familie feierte dort am Wochenende. " Das ist eine sehr gepf egte Anlage geworden. Uns hat es sehr gut gefallen, in diesem schönen Ambiente mit der Familie zu feiern ", sagt unsere Leserin am Redaktionstelefon. ( rk )