Der Schul- und Kulturausschuss des Kreistages unterstützt die Bemühungen von Kommunalpolitikern, Lehrern, Eltern, Schülern und Bürgern der Egelner Mulde zur Rettung des Egelner Gymnasiums. Die Mitglieder des Gremiums stimmten in ihrer Sitzung am Dienstagnachmittag in der Landkreisverwaltung in Aschersleben einstimmig dafür, eine Klage beim Verwaltungsgericht Magdeburg einzureichen.

Aschersleben. Damit soll das Landesverwaltungsamt gezwungen werden, seine Verfügung zurückzunehmen, dass aufgrund der nicht ausreichenden Schülerzahlen bereits mit dem kommenden Schuljahr keine neuen fünften Klassen mehr am Gymnasium Egeln gebildet werden dürfen. Das wäre der Anfang vom Ende dieses traditionsreichen Schulstandortes.

Davor warnten zahlreiche protestierende Schüler, die eigens dafür mit einem Bus angereist waren, sowie Egelner Stadträte und Bürger.

" Kämpft um diese Schule ", rief Günter Döbbel aus Atzendorf, der als sachkundiger Bürger in dem Ausschuss mitarbeitet, den Abgeordneten zu.

" Man muss bis zur letzten Patrone für die Schule kämpfen ", meinte auch der Ausschussvorsitzende, Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann

( FDP / Wählergemeinschaft ). Seine Stellvertreterin Dorothee Müksch ( CDU ) empfahl, den Verantwortlichen vor Ort eine Frist von einem Jahr einzuräumen, um ein Konzept für den Schulstandort Egeln entwickeln zu können. Aus ihrer Sicht könnten dort eine Gesamtschule, eine Internatsschule oder eine freie Schule gegründet werden.

Müksch : " Jetzt sind die Leute dran, die etwas tun müssen. Sonst sehe ich da schwarz. " Für die CDU-Politikerin ist es keine Lösung, den anderen Schulen die Schüler wegzunehmen. Damit reagierte sie auf den Vorschlag der Verwaltung, die Grundschule Hecklingen dem Gymnasium Egeln zuzuordnen.

Dadurch wäre das Gymnasium Staßfurt nicht in seinem Bestand gefährdet, sagte Dr. Manfred Püchel ( SPD ). Aus der Stadt Hecklingen fahren bereits die Mädchen und Jungen aus drei Ortsteilen nach Egeln. " Das können die Hecklinger Kinder auch ", meinte Püchel. " Denn wenn das Gymnasium Egeln geschlossen wird, verliert der gesamte nördliche Teil des Landkreises an Attraktivität ", fügte er hinzu.

Dieter Wöhlbier ( SPD ) und Heike Schaaf ( CDU ) machten die strengen Vorgaben des Landes für den Schulbetrieb für die Misere verantwortlich. " Warum macht man nicht endlich Nägel mit Köpfen und ändert einfach die Gesetze ", fragte Schaaf. Die 36 Schüler, die für die neuen 5. Klassen am Gymnasium Egeln angemeldet sind, böten aus ihrer Sicht optimale Lernbedingungen. Das Land verlangt aber 75 Schüler, in Ausnahmefällen nur 50. Superintendent Michael Wegener bat Landkreis-Dezernentin Petra Czuratis alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit die Klage eine aufschiebende Wirkung hat und nicht vor dem Urteilsspruch Nägel mit Köpfen gemacht werden. Ohne die 5. Klassen sei es schwieriger für Alternativen zu sorgen.

Bürgermeister Reinhard Luckner ( Wählergemeinschaft ) überreichte Michelmann 3300 Unterschriften, die innerhalb von nur fünf Tagen in der Egelner Mulde für den Erhalt des Gymnasiums zusammen gekommen waren.