Das ehemalige Bahnbetriebswerk an der Güstener Straße in Staßfurt zog am vergangenen Wochenende zum ersten Dampflokfest in diesem Jahr, zu dem der Verein Eisenbahnfreunde Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt eingeladen hatte, rund 1400 Eisenbahnfans aus ganz Deutschland in seinen Bann.

Staßfurt. " Wenn man erlebt, was hier geboten wird, kann man die Staßfurter Eisenbahnfreunde nur dazu beglückwünschen, mit wie wenig Leuten sie immer so etwas Tolles bieten ", lobte Jürgen Warneke aus Goslar die Veranstalter. " Im Gegensatz zu Meiningen sind hier zwar weniger Leute, aber es ist mehr Bewegung da und man kommt mehr an die Lokomotiven ran. Das finde ich einfach toll ", fügte der Hobbyeisenbahner hinzu.

Er will auch beim nächsten Dampfokfest, das am 6. und 7. Juni stattfnden wird, wieder nach Staßfurt kommen. " Durch die B 6 n kann man ohne Probleme in rund einer Stunde hier sein ", sagte der Niedersachse.

Wilfried Störmer aus Goslar sagte, er sei nach Staßfurt gekommen, weil es hier eine Menge betriebsfähiger Loks gebe und ihn das ganze drum und dran einschließlich das Bahnbetriebswerkes, was es ansonsten eigenlicht nicht mehr gebe, interessiere.

Aus der Nähe von Quedlinburg war Familie Schlömer angereist. " Meine Männer sind begeisterte Modelleisenbahner. Die wollen sich immer so etwas ansehen. Unser Sohn ist zwar erst acht Jahre alt, aber auch schon so verrückt wie sein Vater ", sagte Frau Schlömer und fügte hinzu : " Wir kommen voll auf unsere Kosten. Das ist doch toll hier. "

Viele der Dampflokfans, wie zum Beispiel Achim Scheil aus Mönchengladbach, hatten eine weite Anreise in Kauf genommen, um in Staßfurt dabei sein zu können. " Ich hatte heute Nacht erst 2 Uhr Dienstschluss und dann bin ich gleich nach Staßfurt gefahren ", sagte der Bahnangestellte der Volksstimme. Er sei schon einige Jahre nicht mehr hier gewesen und habe wissen wollen, was sich so verändert habe, was an Fahrzeugen da sei und wieviele davon noch betriebsfähig seien.

Nach seiner Einschätzung sei die historische Technik ein bisschen weniger geworden. Eine so weite Fahrt zum Dampflokfest nach Staßfurt lohne sich aber auf jeden Fall, so Achim Scheil.

Auch Hartmut Meyer und Karsten Kathmann aus der Nähe von Bremen wollten sich die zahlreichen schnaufenden Dampfloks nicht entgehen lassen.

" Wir sind rein optisch mit dem Zuspruch ganz zufrieden ", zog Vereinschef Thomas Bodenburg am Sonnabendnachmittag ein erstes Fazit. Zu den Höhepunkten gehörten unter anderem die Ankunft des Dampfsonderzuges aus Berlin, die Mitfahrten auf einem Dampflokführerstand und die bei Fotografen und Videofreunden sehr beliebten Güterzugfahrten.

Ob das erste Dampflokfest des Jahres ein Erfolg gewesen ist, werde sich erst zeigen, wenn man die Einnahmen und Ausgaben betrachte, denn die Kosten seien weiter gestiegen, so Bodenburg. Dennoch habe man die Eintrittspreise konstant gehalten, um die Besucher nicht zu vergraulen.