Der höhere Zuschuss, den die Stadt Staßfurt dem Betreiber des Salzlandcenters zum Ausgleich des Betriebskostendefzits für das Erlebnisbad zahlen will, wird von den Bürgern begrüßt. Das ist das Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage, die die Volksstimme im März durchführte. Daran hatten sich 50 Bürger beteiligt.

Staßfurt. 36 Bürger und damit 72 Prozent fnden es gut, wenn die Stadt mit einem höheren Zuschuss das Bad unterstützt, um diese beliebte Einrichtung retten zu können.

" Wir sollten andere Projekte in Staßfurt anpacken ", meinten 13 Bürger ( 26 Prozent ). Nur einer der Befragten ( zwei Prozent ) sagte, dass ihn dieses Thema nicht interessiere.

Staßfurts Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ) freute sich über das Ergebnis. " Wir können es uns leisten, den Zuschuss auf die gewünschte Summe von 283 000 Euro aufzustocken ", sagte er. Der Betrag sei bereits im Haushaltsplanentwurf für 2009 aufgenommen worden. Der entsprechende Stadtratsbeschluss werde vorbereitet.

Bislang hatte die Kommune nach Abzug der Mehrwertsteuer rund 82 000 Euro jährlich für das Bad bezahlt. Das hatte nach Mitteilung des Betreibers jedoch nicht ausgereicht, um die bedeutend höheren Betriebskosten auszugleichen. Deshalb hatte die Geschäftsführung des Salzlandcenters die Stadt gebeten, sich noch stärker zu engagieren, damit dann auch die geplante Erweiterung des Hotelbereiches in Angriff genommen werden kann.

Beim geplanten Neubau des Kompetenzzentrums, das am Großen Markt entstehen soll, sieht das Meinungsbild noch anders aus. Hier waren 36 ( 75 Prozent ) der insgesamt 48 zu Wort gekommenen Bürger der Auffassung, dass es genügend andere Projekte in Staßfurt gebe, die dringend auf Vordermann gebracht werden müssten und die dafür ausreichend wären. Acht Bürger ( 16, 7 Prozent ) hielten es für wichtig, dass die Stadt Staßfurt im Rahmen der Internationalen Bauausstellung ( IBA ) am Stadtsee auch ein mehrere Millionen Euro teures Objekt bekommt, in dem dokumentiert werden soll, wie die Kommunme die Folgeschäden des Kalibergbaus bewältigt hat. Vier der Befragten ( 8, 3 Prozent ) zeigten kein Interesse.

Zok leitet daraus ab, dass die Bürger noch über zu wenig Informationen zu diesem wichtigen Vorhaben verfügen.

" Für uns ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass dort, wo sich einst das alte Rathaus befand, wieder Leben einzieht ", sagte der Fachbereichsleiter für Stadtsanierung und Bauen, Wolfgang Waschk. Er bezeichnete es als einmalige Chance, dass Staßfurt als eine von insgesamt 18 IBA-Städten dieses Vorhaben von der Europäischen Union, vom Bund und vom Land gefördert bekomme. Die Stadt brauche sich lediglich mit einer Summe von 14 Prozent an den Kosten zu beteiligen.

Der Stadtrat habe dafür bereits den Grundsatzbeschluss gefasst. Wegen der Finanzierung werde es in der kommenden Woche eine Abstimmung mit den Ministerien geben, sagte Waschk. Das eigens dafür gebildete Team soll sich mit den Nutzungsvarianten beschäftigen und dabei auch die Vorschläge der Linken prüfen, die in dem Komplex neben dem neuen Geschäftssitz der Wohnungs- und Baugesellschaft, dem Stadtarchiv und der Stadtbibliothek und einem multifunktional nutzbaren Stadtsaal für bis zu 120 Personen auch die Stadtinformation und den Bürgerservice unterbringen wollen.

Waschk geht davon aus, dass die Baugenehmigung bis zum Jahresende vorliegt.

Drittes Thema der Volksstimme-Umfrage war die Gemeindereform in der Egelner Mulde. Hier plädierten 28 von 48 Bürgern ( 58, 3 Prozent ) für die Umwandlung der Verwaltungsgemeinschaft in eine Verbandsgemeinde, um die Selbständigkeit der größeren Gemeinden erhalten zu können. 15 Befragte ( 31, 3 Prozent ) halten einen Zusammenschluss zu einer Einheitsgemeinde Stadt Egeln angesichts der angespannten Haushaltslage der Kommunen für geboten. Lediglich fünf Personen ( 10, 4 Prozent ) interessiert dieses Thema nicht.