Zum Osterfest gehören Osterfeuer. Sie haben in vielen Städten und Dörfern Tradition. Meist organisieren die Freiwilligen Feuerwehren stimmungsvolle Abende an offenen Feuern, es gibt Lampion- und Fackelumzüge für die Kinder. Die Volkstimme war unterwegs und hat Impressionen von den diesjährigen Osterfeuern zusammengestellt.

Staßfurt. " 51134 " – ein Schriftzug mit diesen Ziffern ziert die Ostereier, die Besucher des Staßfurter Osterfeuers von Feuerwehrfrauen auf dem Neumarkt geschenkt bekamen. Nicht nur Insider wissen längst, was sich hinter dem Zahlenspiel verbirgt. Die Blauröcke der Stadt werben damit für das Jubiläum anlässlich des 140-jährigen Bestehens im September. " 300 Eier haben wir an den Mann, beziehungsweise die Frau gebracht ", sagt Feuerwehr-Pressesprecher Mario Dingethal. In etlichen Arbeitsstunden kochten, färbten und beklebten die Feuerwehrleute die Eier, damit sie als kleiner Ostergabe die Besucher des Osterfeuers erfreuen und neugierig machen. Immer wieder standen plötzlich auch Tüten auf dem Neumarkt verteilt. In ihnen T-Shirts mit der " 51134 " -Aufschrift. " 140 Jahre Feuer und Flamme " – der Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr soll das Herbst-Ereignis in Staßfurt werden. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Dennoch ließen es sich die Feuerwehrleute nicht nehmen, am Ostersonnabend auch wieder das Feuer für die Stadt zu organisieren. Zum Auftakt haben immer die Nachwuchskräfte der Jugendfeuerwehr ihren großen Auftritt. Sie sind für das Entzünden der Flammen verantwortlich. Paul Schwarz, einer von ihnen, war deshalb besonders aufgeregt. " Das ist so ein großer Haufen, der angezündet werden muss ", sagt der Elfjährige. Nie wisse man, wie lange es braucht, bis das Feuer brennt, so Paul. Er erinnert sich an das vergangene Jahr. Damals spielte das Wetter nicht so richtig mit. In diesem Jahr zeigte sich die Sonne von ihrer besten Seite, so das Paul und seine Jugendfeuerwehrfreunde leichtes Spiel hatten. " Und auch viel Spaß ", wie der Staßfurter Gymnasiast hinzufügt.

In Förderstedt hat die Ortsfeuerwehr ihre ganz eigenen Tricks, damit das Feuer auf der Festwiese in Gange kommt. Auch hier wurde fleißig Grünes und Holziges gesammelt. " Wir bringen aber immer noch zwölf Ballen Stroh in den Haufen, damit er sich schnell entzündet ", sagt Ortswehrleiter Hans-Jürgen Lärz. Er und seine Mannen können stolz sein auf das sicherlich größte Feuer in Staßfurt, zehn Meter lang und gut fünf Meter hoch war der Haufen. Damit große und kleine Menschen gleichermaßen auf ihre Kosten kommen, gibt es neben dem Osterfeuer immer einen Rummel mit Karussells und Buden. Christa Propst, Mike und Tino Nachtigal waren da mit ihren Fahrgeschäften dabei, das Landhaus Förderstedt sorgte für Gaumen- und Kehlenfreuden.

Apropos Superlative : Die kennt man in Löderburg längst. Der Bodeort ist nicht nur für seine große Feuerwehr, eine der mitgliederstärksten innerhalb der Staßfurter Stadtwehr, bekannt. Die Blauröcke erweisen sich auch als ausgezeichnete Köche. Erbsensuppe aus der Gulaschkanone ist ihre Spezialität. Das dampfende Gefährt darf bei keiner Festlichkeit in Löderburg fehlen und hatte somit auch beim Osterfeuer seinen Platz. 175 Liter Suppe kochten die Feuerwehrleute, damit konnten 300 Portionen an die hungrigen Besucher ausgeteilt werden. Ein schmackhaftes Argument, das auf eine Mitgliedschaft bei den Blauröcken neugierig macht ? " Bestimmt ", sagt Manfred Lehrmann schmunzelnd und berichtet von Neuanwerbungen für die Löderburger Wehr am Sonnabend.

In Hecklingen zog es viele Einwohner bereits am späten Nachmittag auf die Schulwiese in die Karlstraße. Hier hatten die Mitglieder des Rassegeflügelzuchtvereins Stände rund um das Feuer aufgebaut und als besonderes " Schmankerl " für viele kleine Besucher sogar einen Schaustellerbetrieb engagiert. Im letzten Jahr war der Rummel beim Osterfeuer schon einmal in der Stadt. Allerdings hatte das Wetter nicht mitgespielt. Viele Besucher blieben aus. " Heute sieht das anders aus. Die Leute kommen zahlreich ", freute sich Verena Leubeling vom Schaustellerbetrieb. Auch die Organisatoren sind zufrieden. " Wir rechnen mit vielen Leuten und einem Besucheransturm ", schätzte Manfred Reinecke vom Rassegeflügelzuchtverein ein. Und er behielt Recht. Das Osterfeuer veranstalteten die Zuchtfreunde zum zehnten Mal.

Wie oft das Osterfeuer in Schneidlingen bereits entzündet wurde, kann Ortswehrleiter Joachim Braun gar nicht so genau sagen. " Die Veranstaltung geht bei uns schon über Jahre, bereits vor der Wende wurde dazu eingeladen ", erinnert er sich und berichtet, dass der Standort der Feuers aber im Laufe der Zeit wechselte. Jetzt hatten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schneidlingen wieder in den Baumgarten eingeladen. " Hier hat sich das Ganze mittlerweile eingebürgert ", so der Chef der Ortswehr. Was die Technik zum Aufstapeln der Äste anbelangt, so hat die Agrargenossenschaft Schneidlingen den Kameraden in diesem Jahr wieder geholfen. " Sie unterstützen uns und stellen Technik zur Verfügung. " Das Feuer in Schneidlingen war rund sechs Meter hoch. " Damit liegt es voll im Maß ", so Joachim Braun.