Die sanierungsbedürftige Sekundarschule " Hermann Kasten " soll noch in diesem Jahr von der Michaelisstraße in Staßfurt in das Grundschulgebäude nach Staßfurt-Nord umziehen. Das schlagen die Landkreisverwaltung und die Stadtverwaltung vor.

Staßfurt. Das Landratsamt begründete seinen Vorstoß mit dem erheblichen Sanierungsbedarf in Höhe von zirka 1, 7 Millionen Euro, die für den derzeitigen Standort der Hermann-Kasten-Schule, der dem Landkreis gehört, notwendig wären. Mit dem Umzug in den ehemaligen Leninring könnte dann gleichzeitig auch die Nutzung der zwei maroden Sporthallen An der Bode 13 und in der Löderburger Straße aufgegeben werden. In Staßfurt-Nord dagegen stünden bessere Sportmöglichkeiten zur Verfügung.

Über den Vorschlag zur Bildung des Schulzentrums Nord mit einer Grund- und einer Sekundarschule unter einem Dach wollte Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ) die Stadträte bereits in der Stadtratssitzung am 26. März informieren. Doch da diese aus formellen Gründen ausgefallen war, war das nicht möglich. Das will Zok am 9. April nachholen.

Der Volksstimme sagte der Oberbürgermeister gestern : " Wir hätten in unsere Grundschule Nord, die uns als Stadt gehört und in der Räume leer stehen, ebenfalls investieren müssen. " Das soll nun gemeinsam mit dem Landkreis geschehen.

Der Schul- und Kulturausschuss des Kreistages verständigte sich in seiner Sondersitzung am Dienstagabend in Aschersleben darauf, dass der Landkreis in dieses Schulzentrum insgesamt 465 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung investiert. Davon sollen 60 000 Euro noch in diesem Jahr für die Erneuerung des Sonnenschutzes und für Planungsleistungen ausgegeben werden.

Im nächsten Jahr beziehungsweise 2011 sollen dort die Unterrichtsräume für 50 000 Euro saniert, für 100 000 Euro Brandschutztüren eingebaut und für 150 000 Euro die Elektroanlage erneuert werden.

Das Ganze bedarf aber noch der Zustimmung des Kreistages sowie des Stadtrates.

Die Stadt werde für den Grundschulteil weitere 180 000 Euro von dem Geld beisteuern, dass sie aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung erhält, sagte der Oberbürgermeister, vorbehaltlich der Genehmigung durch den Rat.

Der Umzug der " Hermann-Kasten-Schule ", in der 300 Schüler aus Staßfurt und Löderburg unterrichtet werden, soll noch in diesem Jahr erfolgen, kündigte Zok an.

Was dann aus dem Schulgebäude in der Michaelisstraße werde, müsse der Landkreis entscheiden.

Der Leiter der " Hermann-Kasten-Schule ", Bernhard Polewka, kommentierte die Umzugspläne mit den Worten : " Irgendwo ist das verständlich, aber ich bin total überrascht. " Denn mit ihm sowie mit den Lehrern und Elternvertretern sei darüber bisher nicht gesprochen worden, ob das Sinn mache. Deshalb könne er auch noch nicht sagen, ob sich mit der Verlegung der Schule etwas verbessert oder verschlechtert.

Polewka wünscht sich, dass er und seine Mitstreiter in die Ausgestaltung der neuen Schule mit einbezogen werden.

Die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur, Bildung und Sport des Stadtrates, Angelika Flügel ( Die Linke / offene Liste ) meinte dazu : " Ich bin für ein Schulzentrum Nord, weil die Grundschule dort nicht ausgelastet ist und die Kapazitäten demzufolge vorhanden sind. " Dieser Standort sei besser als der der " Hermann-Kasten-Schule ", wo die Schüler über den Hof gehen müssen, wenn sie zur Toilette wollen. Ihre Fraktion sei schon immer dafür gewesen, nicht so viel Geld in die Michaelisstraße zu stecken, weil das Objekt " das nicht wert ist ".

Der Stadtrat, so Zoks Stellvertreter Hans-Georg Köpper, hatte bereits 2003 beschlossen, dass langfristig nicht die " Hermann-Kasten-Schule " weitergeführt werden soll, sondern der Standort Staßfurt-Nord.