Giersleben. In einem offenen Brief appelliert die Vorsitzende des Elternrates der Grundschule " Wippertal " in Giersleben, Kathrin Lantzke, an die Kreistagsabgeordneten, der Schulentwicklungsplanung des Salzlandkreises in der nächsten Sitzung des Kreisparlaments am 29. April nicht zuzustimmen. Nur so könne der Grundschulstandort Giersleben gesichert werden.

In diesem Zusammenhang verwies Lantzke auf die Pläne der Stadt Aschersleben, die Grundschüler aus den eingemeindeten Ortschaften Groß und Klein Schierstedt sowie Schackenthal künftig nicht mehr in Giersleben, sondern in der Grundschule in Mehringen zu unterrichten. Letztere befinde sich in einem schlechten Zustand und müsste mit viel Geld saniert werden.

Die betreffenden drei Ortschaftsräte, so Lantzke enttäuscht, hätten sich für die Grundschule Mehringen entschieden ohne die Betroffenen zu unterrichten beziehungsweise nach ihrer Meinung zu fragen.

" Meine Meinung ist, dass man den Kindern nichts Gutes tut, wenn man sie in größere Klassen steckt, wo sie weniger lernen oder nicht so intensiv betreut werden können, wenn man Kinder in Busse steckt und stundenlang zur Schule beziehungsweise nach Hause kutscht und wenn man Schulen saniert, wenn moderne Schulen geschlossen werden ", sagte die Vorsitzende des Elternrates.

Die Gierslebener Grundschule, die vor wenigen Jahren aufwändig um- und ausgebaut worden war, strotze geradezu voller neuer Errungenschaften, die ihresgleichen suchen. " Umsonst sind nicht so überdurchschnittlich viele Empfehlungen für das Gymnasium der Beweis ", sagte Lantzke.

Bei einer Unterschriftensammlung haben auch die Eltern, Anwohner und die betroffenen Kinder ihr Unverständnis über das drohende Aus der Grundschule Giersleben geäußert. Die Listen wurden Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann ( Widab ) übergeben.

Eine Umschulung der Grundschüler aus Groß und Klein Schierstedt sowie Schackenthal würde nach Einschätzung der Landkreis-Dezernentin Petra Czuratis die Bestandssicherheit des Grundschulstandortes Giersleben gefährden.

Das sei nicht vertretbar, zumal sich der Kreistag Aschersleben-Staßfurt 2006 für einen mittel- und langfristigen Bestand dieses Standortes ausgesprochen hatte, fügte die Ressortchefin hinzu.