Wie der Förderverein der Wasserburg Schneidlingen seine Arbeit fortsetzten kann, ist derzeit unklar. Denn ein Vertrag, der die Nutzung der Räumlichkeiten regelt, mit dem neuen Eigentümer Maximilian von Götzen ist bisher nicht zustande gekommen. Beide Seiten konnten noch keine Lösung finden, wollen aber gemeinsam etwas aufbauen und sich dafür einsetzen, dass wieder Leben in die Burg einzieht.

Schneidlingen. Von Götzen, der in Budapest lebt, und die zwei Hauptteile der Burg im Frühjahr des vergangenen Jahres bei einer Internetauktion ersteigert hatte, stimmte einem Vertragsentwurf, den der Förderverein ihm vor einigen Monaten zur Verfügung gestellt hatte, nicht zu. Er sieht sich darin in den Rechten als Besitzer des Burgensembles eingeschränkt. " Danach hätte ich die Räume nach der Sanierung nicht eigenständig nutzen können ", begründet er seine Entscheidung.

Gespräche mit Firma aus Halle wurden geführt

Denn um die Investitionskosten zur Sanierung des historischen Gebäudekomplexes wieder rein zu holen, schließt von Götzen nicht aus, Teile der Burg zu vermieten. " Büros einer Firma, die eine Art Server-Farm betreibt, könnten hier einziehen ", schildert er seine Pläne. Gespräche mit einem Unternehmen in Halle ( Saale ), das im Bereich Web-Design tätig ist, seien bereits geführt worden, erklärt der ungarische Geschäftsmann. " Man muss irgendwo anfangen. So könnten auch neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden ", schildert er seine Pläne.

Dass für ihn aber auch das Engagement des Fördervereins und der Zugang des Hauses für die Öffentlichkeit wichtig sind, bekräftigt er. " Ich kann nicht immer vor Ort sein, auf jeden Fall sollen Räume, auch dann wenn sie saniert wurden, etwa für Führungen genutzt werden ", verspricht von Götzen.

Wie viel Geld er in die Sanierung der Wasserburg stecken möchte, kann er derzeit noch nicht sagen. " Das hängt davon ab, wie die Verhandlungen mit dem potenziellen Investor laufen ", erklärt er und bestätigt, dass er auch Eigenmittel aufwenden wird.

Dass sich der Schneidlinger Verein für ihn um mögliche Förderungen bemühen könnte, weiß der Unternehmer. Im Alleingang wäre es für ihn nicht möglich, Zuschüsse wie diese erfolgreich zu beantragen. Nur der Verein könnte dies tun, erklärt Hans-Jochen Hertel. Er ist Mitglied im Förderverein der Wasserburg und berichtet, weiter, dass sich die Mitglieder sehr gern dazu bereit erklären würden, diese Aufgabe für den Eigentümer zu übernehmen.

Derzeit kann der Förderverein mit der Arbeit aber nicht loslegen, da es noch keinen Nutzungsvertrag gibt.

" Wir können Fördertöpfe auch nur dann ausschöpfen, wenn der Vertrag mindestens 20 Jahre läuft ", erklärt Hertel, der sich als ausgebildeter Denkmalpfleger ehrenamtlich seit mehreren Jahren im Verein engagiert und bedauert, dass von Götzen nur eine laufende Verlängerung nach jeweils zwölf Monaten anstrebt. " Das hilft uns in puncto Förderung nicht weiter. Wir haben Ideen, wie die Burg touristisch mit Partnern der Region vermarktet werden könnte ", schildert Hertel die Pläne des Fördervereins.

Verein hat Angst um Zugänglichkeit der Burg

" Als Besitzer muss und soll Herr von Götzen auch seine Vorteile haben ", nennt er den Standpunkt des Vereins, der bereits viele Unterlagen, Informationen und Ansprechpartner für potenzielle Förderungen in mehreren Ordnern zusammengetragen hat. " Sicher, das sind Ideen, aber wenn man keine Illusionen hat, braucht man auch nicht anfangen ", sagt der Mann vom Förderverein.

Dass der neue Eigentümer plant, Teile der Burg gewerblich zu nutzen, begrüßt er vom Grundsatz her, befürchtet aber, dass ein Unternehmen nicht zulässt, dass Besuchergruppen in der Wasserburg regelmäßig durch die Büros der Firma geführt werden können. " Wenn ein Chef das nicht zulässt, kann ich das auch verstehen ", schildert Hertel ein Problem, das sich seiner Ansicht nach ergibt, wenn die Server-Farm in Schneidlingen einzieht.

Um diese und andere Meinungsverschiedenheiten so schnell wie möglich zu klären, wollen die Mitglieder vom Förderverein jetzt erneut intensive Gespräche mit dem Eigentümer führen. " Denn immerhin sind wir bestrebt, gemeinsam mit ihm etwas aufzubauen ", sagt Hans-Jochen Hertel.