Giersleben. Für den Erhalt der Grundschule in Giersleben kämpfen derzeit Eltern, deren Kinder in der Gemeinde unterrichtet werden. Mit einer Unterschriftenaktion machten sie öffentlich darauf aufmerksam. Listen, die 864 Mütter und Väter unterzeichnet hatten, überreichte die Vorsitzende des Gierslebener Schulelternrates, Kathrin Lantzke in der vergangenen Woche dem Vorsitzenden des Schul- und Kulturausschusses des Kreistages, Ascherslebens Oberbürgermeister Andreas Michelmann.

Dem Protest vorausgegangen war eine Information der Stadt Aschersleben, wonach die Kinder der Ortschaften Klein Schierstedt, Groß Schierstedt und Schackenthal ab dem kommenden Schuljahr in Mehringen beschult werden sollen. Dies teilte die Stadt in ihrer Stellungnahme zur mittelfristigen Schulentwicklungsplanung mit.

130 000 Euro erst 2008 in Giersleben investiert

Dass dies rein rechtlich gar nicht möglich ist, erklärt der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Giersleben Peter Rietsch und verweist darauf, dass das Grundschulgebäude in Giersleben erst Ende der 1990 er Jahre aufwändig saniert wurde. Vor dem Hintergrund einer Landesförderung kam es in diesem Zusammenhang auch zu einer Zweckbindung, die sicherstellt, dass die Grundschule auch in den nächsten 13 Jahren besteht. " Im Jahr 2006 wurde dies per Kreistagsbeschluss auch zugesichert ", so Peter Rietsch.

Dass die Zweckbindung nicht in Vergessenheit gerät, sicherte der Gierslebener Gemeinderat bei einer Beratung erst kürzlich ab und legte fest, die für das Schulamt zuständige Dezernentin des Salzlandkreises Petra Czuratis darauf aufmerksam zu machen ( Die Volksstimme berichtete ).

" Die Zweckbindung hat uns veranlasst, in den letzten Jahren erhebliche Investitionen zu tätigen ", erklärt der Bürgermeister der Gemeinde Benno Rietsch. Rund 130 000 Euro wurden 2008 unter anderem aufgewendet, um das Dach der Schule zu erneuern. Auch Fenster wurden erneuert, Zimmer renoviert und mit neuen Fußböden ausgestattet. Zudem investierte der Landkreis im Jahr 2007 rund 80 000 Euro in den Bau einer erforderlichen Brandschutzdecke.

Aschersleben will Schule in Mehringen ausbauen

Auf die geschlossene Zweckbindung geht Andreas Michelmann in einer Pressemeldung der Stadt Aschersleben zur geplanten Stellungnahme der mittelfristigen Schulentwicklungsplanung nicht ein. Vielmehr wird darin erklärt : " Noch lernen die Kinder der drei Ortschaften in der Grundschule Giersleben. Dass unsere Planung dort auf wenig Begeisterung stößt, war uns vorher klar. "

Aber die Stadt Aschersleben habe mit Mehringen ihre eigene Grundschule im südlichen ländlichen Raum im Blick : " Wir haben uns immer zu Mehringen als Grundschule im ländlichen Raum bekannt. Im Interesse der Qualität wollen wir dort auch investieren und dazu brauchen wir Planungssicherheit ", erklärt der Oberbürgermeister.

Dass die auch für Mehringen nicht hundertprozentig zu haben ist, weiß auch Michelmann. Aschersleben hat keine Grundschulbezirke. Im freien Wettbewerb der Grundschulen könnten sich die Eltern aus Klein Schierstedt, Groß Schierstedt und Schackenthal auch für eine Grundschule in der Kernstadt entscheiden. Beispielsweise wenn jemand in Aschersleben arbeitet.

" Und es ist ja immer auch eine Ausnahmegenehmigung auf Antrag möglich. Wenn also Groß Schierstedter Eltern ihr Kind weiterhin in Giersleben beschulen lassen wollen, dann können sie das auf Antrag bei der Schulbehörde auch tun ", so Michelmann.