Die Schülerbeförderung im Salzlandkreis bleibt ein Dauerbrenner. Mit Kritik an der Kreisverkehrsgesellschaft sprach der Leiter der Sekundarschule Barby, Klaus Vorreier, vielen Eltern aus dem Herzen. Prominente Unterstützung bekam er von Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz.

Barby. " Machen Sie kräftig Rabatz. " Die Empfehlung an die Eltern aus Barby und Umgebung ( Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Saale ) kommt von höchster Stelle : Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz, sprach sich bei einer Veranstaltung in der Barbyer Grundschule eindeutig dafür aus, das Problem Schülerbeförderung ernst zu nehmen und nicht hinzunehmen, wenn es auf Kosten der Schüler gelöst werde.

Das Problem ist bekannt : Von den 203 Schülern der Sekundarschule Jakob-Friedrich-Fries in Barby sind rund zwei Drittel Fahrschüler aus Groß und Klein Rosenburg, Lödderitz, Sachsendorf, Tornitz, Zuchau oder anderen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Saale. " Zu einem großen Teil sind die Schüler bereits um 6. 50 Uhr mit dem Bus bei uns, obwohl der Unterricht erst um 7. 30 Uhr anfängt ", erklärt Klaus Vorreier, Leiter der Sekundarschule.

Dies sei, kritisiert der Schulleiter, ein Verstoß gegen die vom Kreistag beschlossene Beförderungssatzung. Danach sollten Schüler maximal eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn vor Ort eintreffen. " Das wird aber bei uns nicht eingehalten ", so Vorreier unter kräftigem Beifall der Eltern.

Sauer sind auch Eltern, deren Kinder länger als 40 Minuten unterwegs sind, weil die Schulbusse erst über die Dörfer und dann über Calbe nach Barby fahren : vorbei an der Sekundarschule in Calbe. Für Vorreier steht zwar fest : " Das Problem ist an sich nicht das letzte Teilstück der Schulbusfahrt von Calbe nach Barby, das sind nur zehn Minuten. " Dennoch nimmt er den Unmut der Elternvertreter ernst, der sich wegen der langen Schulwege auch gegen die Beschulung in Barby richtet.

Vorreier hat auch eine Lösung anzubieten : " Warum schafft der Landkreis weiterhin trotz sinkender Fahrgastzahlen die großen Niederf urbusse an ? Mit kleineren Transportfahrzeugen wäre uns besser gedient. " Dann könnten mehr Routen parallel befahren werden und die Schüler würden nicht länger quer durch das gesamte VG-Gebiet kutschiert. " Ich verstehe einfach nicht, dass man das bei der Kreisverkehrsgesellschaft und beim Landkreis nicht bedenkt ", so Vorreier. Ausdrücklich unterstützt wurde das Anliegen vom Breitenhagener Bürgermeister Bodo Kotzur und von Gemeinderatsmitgliedern aus Groß Rosenburg.

Die Kreisverkehrsgesellschaft sei generell nicht flexibel genug, hieß es. Dies kritisierte noch einmal Schulleiter Vorreier. Wenn die Schule fünfmal im Jahr bei Projekttagen den Unterricht bereits nach der vierten anstatt nach der sechsten Stunde enden lassen wolle, so müsse das doch möglich sein, wenn man das Anliegen drei Wochen vorher anmelde. Doch damit sei er " ein einsamer Rufer in der Wüste ", wie er bereits in den vergangenen Monaten erfahren habe.

Um eine Lösung will sich der Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der CDU, Gunnar Schellenberger, bemühen. " Bitte rufen Sie mich in solchen Fällen an ", sagte er. Schließlich sitze er im Aufsichtsrat der Kreisverkehrsgesellschaft Bernburg. Die Probleme beim Schülertransport sind der KVG bekannt.