Der Tenor Björn Casapietra besucht am 9. April die Kreisstadt Bernburg. Der sympatische Sänger, der dem breiten Publikum zunächst als Schauspieler in Rollen bei den Serien " Unter uns " oder " Dr. Stefan Franck " bekannt wurde, will an diesem Abend zeigen, dass klassische Musik alles andere als schwer und anstrengend ist. Volksstimme-Redakteurin Anja Keßler sprach mit dem 39-J ährigen.

Volksstimme : Auf den ersten Blick nimmt man Ihnen den klassischen Operntenor nicht ab. Wie beschreiben Sie sich selbst ?

Björn Casapietra : Ich will ja gerade auch dem Klischee entgegenwirken, dass ich ein so ernsthafter Tenor bin, der nach drei schwerwiegenden Liedern wieder von der Bühne geht. Ich will mit Klassik die Menschen unterhalten und mit ihnen Spaß haben. Sie sollen klatschen. Wir feiern ein Fest, das allerdings wenig mit einer Schlagerparade gemein haben wird.

Volksstimme : Wie soll das funktionieren ? Es gibt nur wenige heitere Opern.

Casapietra : Sicher wird es auch in meinem Programm traurige Lieder geben. Aber ich verwende ganz viele Stile, die den Abend auf ockern. Ich singe Arien, aber auch Balladen aus Irland. Bei mir bekommen die Zuhörer Gänsehaut, können lachen und weinen. Ich will auch nicht das typische Opernpublikum ansprechen, sondern eben die Generation, die nicht so viel mit Klassik anfangen kann.

Volksstimme : Die meisten Ihrer Stücke singen Sie nicht auf Deutsch. Wie wird das Publikum Ihnen folgen können ?

Casapietra : Darauf lege ich ganz viel Wert, und darum erkläre ich auch, was ich singe. Ich erzähle, worum es in den Liedern geht, denn nur so können die Zuhörer mir meine Empfndungen, die ich mit meiner Stimme transportieren will, auch abnehmen.

Volksstimme : Ihr Gesicht ist vielen Fernsehzuschauern nicht unbedingt als Sänger in Erinnerung. Sie haben viele Rollen in Fernsehserien und Filmen gespielt. Was ist die größere Leidenschaft : die Schauspielerei oder das Singen ? Casapietra : Ganz klar das Singen. Die Schauspielerei hat mir Spaß gemacht, ich habe viel erreicht, aber das Singen ist meine Leidenschaft. Ich weiß, dass ich keine Stimme wie Pavarotti habe. Ich gehöre nicht zu den ganz Großen des Opernfachs. Aber ich unterhalte mein Publikum, das mir nach den Konzerten für die gemeinsam verbrachten Stunden dankt.

Volksstimme : Wann war Ihnen klar, dass Sie ein Sänger sind und warum haben Sie sich für das klassische Fach entschieden. Casapietra : Um ehrlich zu sein : Ich hatte gar keine andere Chance. Meine Mutter ist Celestina Casapietra, eine weltbekannte Sopranistin, die unter anderem mit Pavarotti gesungen hatte. Sie war eine meiner Lehrerinnen.

Das Konzert fndet am Donnerstag, dem 9. April im Bernburger Carl-Maria-von-Weber-Theater statt. Beginn ist um 19. 30 Uhr. Unter der Rufnummer ( 0 36 31 ) 47 73 76 können Eintrittskarten bestellt werden. Im Anschluss an das Konzert steht Björn Casapietra für Autogrammwünsche bereit.