Die Mehrheit des Kreistages steht zum Entscheid, die Salzlandkliniken an Ameos zu verkaufen. Hintergrund ist die bei Helios befürchtete Zerschlagung.
Bernburg l Die deutsche Vertretung der Europäischen Kommission hat gegenüber der Volksstimme erklärt, dass bei einem Verkauf von Krankenhäusern in der Regel keine Notifizierungspflicht besteht. "Beihilfen für Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse (DAWI) an Krankenhäuser sind nicht bei der Kommission anzumelden, es sind aber natürlich die Vorschriften der DAWI-Entscheidung vollinhaltlich zu erfüllen", erklärte eine Sprecherin gegenüber der Redaktion. Im vorliegenden Bieterverfahren ist vielmehr wohl der kartellrechtliche Aspekt zu bewerten, heißt es vertiefend aus Brüssel.
Und auch das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin erklärte gestern auf eine entsprechende Anfrage der Volksstimme: "Solange ein solches Vergabeverfahren ordnungsgemäß durchgeführt wurde, ist es beihilfefrei und nicht notifizierungspflichtig."
Immer mehr kristallisiert sich heraus, warum die Kreistagsmitglieder sich für Ameos entschieden haben. Demnach haben die Befürworter des zweihöchsten Angebotes darin die Chance gesehen, das Klinikum Aschersleben-Staßfurt zu sichern. Laut Helios-Angebot hätten im Fall der kartellrechtlichen Beanstandung das Klinikum Aschersleben-Staßfurt sowie die dazugehörenden Betriebsteile wie die Pflegeschule an einen Dritten veräußert werden sollen. Der hätte zwar das medizinische Konzept, die Wahrung der Arbeitnehmerinteressen, die Investitionen sowie die Wiederinbetriebnahme Staßfurt wie von Helios angeboten erbringen müssen, der Mindestkaufpreis hätte aber bei null Euro gelegen. Nur wenn innerhalb von vier Monaten kein entsprechender Bieter gefunden worden wäre, sei Ameos zum Zuge gekommen.
Ein Wagnis, dass die Kreistagsmitglieder umgehen wollten. "Wir wollen alle Standorte sichern. Das ist eines der Privatisierungsziele und zwar fraktionsübergreifend", sagt stellvertretend Andreas Michelmann (Fraktion FDP/WIDAB), Oberbürgermeister von Aschersleben, der am Dienstag die Absetzung von der Tagesordnung gefordert hatte.
Unter dessen hat sich Ameos mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit begeben: "Es ist nun höchste Zeit, dass wir unser Konzept trotz Verzögerung umsetzen und zeitnah die richtigen Hebel für eine langfristige Perspektive umlegen können", sagte Dr. Axel Paeger, Vorsitzender des Vorstandes.
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.