"Stahlkeller" und "Anti-Helden" heißen die Bands, die nach dem ersten großen Arbeitseinsatz im Keller der ehemaligen Schlachthofverwaltung vor fünf Wochen mittlerweile schon proben können. Das Musikerzentrum des Vereins Aktiver Musiker (VAM) wächst. Davon konnten sich die Besucher beim Tag der offenen Tür am Sonnabend überzeugen. Unter ihnen Oberbürgermeister René Zok, junge Musiker und auch schon etwas ältere.

Staßfurt. "Musiker ist man sein Leben lang, egal, wie oft man vielleicht schon die Gitarre an den Nagel gehängt hat." Er habe sich zum 60. Geld schenken lassen und nochmal eine Gitarre gekauft, erzählt "Hasi" Osterwald, ein Besucher. Im Keller mit den acht Proberäumen schaut sich auch Dr. Gesine Schmidt um und kommt mit den VAM-Mitgliedern ins Gespräch. "Braucht ihr vielleicht noch eine Saxophonspielerin? Klavier habe ich mir autodidaktisch beigebracht", verrät die Staßfurterin, während ihre Schwester Thea Schmidt bei Thomas Becke etwas auf dem Keyboard klimpert. "Jetzt will ich mal was ,Richtiges‘ lernen. Vor zwei Jahren als frischgebackene Rentnerin habe ich damit bei der Musikschule angefangen", so die angehende Saxophonistin.

Manfred Geguszies vom VAM-Vorstand kennt keine Altersbeschränkungen zum Musikmachen und lädt ein: "Wir hätten da unsere VAM-Oldstars – VAMOS. Vielleicht passen Sie mit Ihrem Saxophon in die Truppe. Das Alter spielt bei uns keine Rolle." Man sieht sich sicher.

Das Musikerzentrum im alten Schlachthofkeller, der auch Dank des Förderprogramms Stabil durch Jugendliche von der Elke-Meister-Schule eine bauliche Wandlung erfährt, gewinnt an Bekanntheit.

",Stahlkeller‘ und die ,Anti-Helden‘ proben bereits", zieht Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Stohge eine Zwischenbilanz, "Demnächst könnte ,Take Off‘ den dritten Raum beziehen." Mitglieder dieser Staßfurter Nachwuchsband, alle 14 Jahre, interessieren sich und informierten sich am Sonnabend auch über den Beitrag – 36 Euro im Jahr, wer noch kein Einkommen hat. 50 bezahlen die Bands mit Einkommen.

"Für jedes fördernde Mitglied sind wir natürlich auch dankbar", erklärt Kalle Stohge. Im Moment würden auch materielle Dinge wie Metalltüren, Fußbodenbelag, Trockenbauplatten und Farbe sehr helfen. Denn noch ist längst nicht alles so perfekt wie beispielsweise im Proberaum von "Stahlkeller". Diese Band hat sogar schon Lärmschutz an den Wänden.

"Im Juni müssen wir nochmal richtig ranklotzen", meint VAM-Mitglied Thomas Becke. Man habe sogar schon Anfragen für das geplante Tonstudio, beispielsweise von der Bernburger Band Booze.

Doch am 4. und 5. Juni geht‘s erstmal auf die Wiese. Genauer auf die Förderstedter Festwiese. 14 Bands spielen dann zur 2. VAM-Rockwiese. Am Freitag geht‘s 19 Uhr los, am Sonnabend schon 14 Uhr. Der 5. Juni soll ein Familientag werden.

Oberbürgermeister René Zok zeigte sich, wie viele andere Besucher auch, beeindruckt, was die Musiker bislang geschafft haben: "Das Objekt bot sich an, nachdem es viele Anfragen von Bands gab, die nach Proberäumen suchten. Die Stadt konnte helfen und hat ein Problem in Sachen Leerstand weniger."

Doch die 44 Mitglieder vom VAM, die aus Orten zwischen Barby und Staßfurt stammen, können sich auch in ihrer unmittelbaren Umgebung auf Rückenhalt verlassen. Kathleen Siering und Sandra Thormann, zwei Frauen von Bandmitgliedern der "Anti-Helden" finden es jedenfalls "toll, wie der Verein hinter dem Vorhaben steht."

www.vam2009.de

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