Staßfurt l 21 Stalking-Fälle, im polizeilichen Sprachgebrauch auch Nachstellungen genannt, registrierte die Staßfurter Polizei im vergangenen Jahr. 2009 waren es noch 15 (2010: 20). "Oft sind das ,Beziehungskisten\'", weiß Rolf Strehler, Kripo-Chef im Staßfurter Polizeikommissariat. Das gehe mitunter bis zur häuslichen Gewalt, selbst gegen Kinder. Was können Betroffene dagegen unternehmen? Strehler empfiehlt, sich vertrauensvoll an die Polizei zu wenden. "Wir sind gut vernetzt mit Organisationen und Einrichtungen, wie dem Frauenhaus zum Beispiel. Es existiert eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Interventionsstelle, von der man sofort Hilfe erhält", so der Kriminalhauptkommissar.

"Freiheitsberaubung fängt bereits an, wenn ein Ehemann seine Frau nicht aus dem Haus lässt"

Die Polizei kann Stalker bei Gefahr im Verzug sofort der Wohnung verweisen. Das war 2011 fünf Mal der Fall. Außerdem sind die Polizeibeamten dazu berechtigt, ein Annäherungs- und Kontaktaufnahmeverbot für 14 Tage auszusprechen. "Das kann auf Antrag der Opfer richterlich verlängert werden", erklärt Strehler.

Übrigens gab es im 2011 auch 89 abgeschlossene Fälle von Freiheitsberaubung, acht weniger als im Jahr zuvor. "Freiheitsberaubung fängt bereits an, wenn ein Ehemann seine Frau nicht aus dem Haus lässt", beschreibt der Staßfurter Kripo-Chef.

Während der Datenschutz oftmals die Polizeiarbeit hemmt, gehen Bürger dagegen noch viel zu oft zu leichtsinnig mit persönlichen Daten um und öffnen damit der Internet-Kriminalität Tür und Tor. "Das ist zwar ein noch relativ neues Feld, aber mittlerweile weit verbreitet."

"Auf Internet-Seiten alles genau lesen, bevor man etwas anklickt"

Strehler nennt zur Internetkriminalität das Beispiel, bei dem das Bundeskriminalamt auf dem Computerbildschirm erscheint. "Wenn man so etwas sieht, bitte an uns wenden. Auch auf entsprechende Warnhinweise in der Zeitung achten."

Das Kommissariat in Staßfurt habe eine Kraft, die sich auf diesem speziellen Terrain weitergebildet hat.

Allgemein rät der Hauptkommissar: "Auf Internet-Seiten alles genau lesen, bevor man etwas anklickt." Damit könne man sich jede Menge Ärger und eventuelle Anwalts- oder Gerichtskosten ersparen.