Hecklingen. Bauernhof-Romantik und Erinnerungen an das Aufstehen in aller Frühe wurden kürzlich auf dem Gelände der Rassegeflügelzüchter in Hecklingen geweckt. Beim traditionellen Hähnekrähen kehrte selbst nach dem Wettkampf keine Ruhe ein. Die tierischen Teilnehmer legten sich den ganzen Tag lang mächtig ins Zeug. Ein lautstarkes Kikeriki folgte dem anderen, und das, obwohl bereits am Vormittag feststand, welcher Hahn der Gewinner ist.

Gleich nachdem die Tore zum Vereinsgelände geöffnet worden waren, fiel der Startschuss. Innerhalb von 30 Minuten zählte eine Jury, wie oft jeder Gockel kräht. In diesem Jahr gehört der Gewinner zu einer ganz besonderen Rasse, dem sogenannten AraucanaGeflügel.

"Wir können in die Population nicht reinzüchten. Selbst eine Kreuzung würde keine Grünleger mit sich bringen"

Kennzeichnend für die Tiere ist ein Merkmal, das zugegeben ziemlich merkwürdig klingt, aber tatsächlich stimmt. "Die Hühner der Rasse Araucana legen grüne Eier", erklärt Preisrichter Uwe Roskoden und Rassegeflügelzüchter Rolf Arnhold aus Hecklingen erklärt, dass das mit speziellen Farbpigmenten zusammenhänge, die die Tiere im Körper mitbringen und das einzigartig sei. "Wir können in die Population nicht reinzüchten. Selbst eine Kreuzung würde keine Grünleger mit sich bringen", sagt der Hecklinger und erklärt, dass das Huhn auch weitere Merkmale der besonderen Art aufweist. "Unten am Rücken fehlt ihm ein Wirbel." Daher sei der Schwanz nicht richtig ausgebildet. Und weil es kleine Federbällchen unter dem Schnabel habe, werde es in Fachkreisen auch das "Bommelhuhn" genannt, schmunzelt Arnhold.

Auch, dass die Hähne der Rasse nicht leise sind, hat sich in Hecklingen beim Wettkampf einmal mehr gezeigt. Das Siegertier gehört Yvonne Roskoden. Es krähte in einer halben Stunde 71 Mal. Yvonne hat ihrem besten Hahn im Stall bisher zwar noch keinen Namen gegeben, ist aber sichtlich stolz auf seinen Erfolg und kümmert sich als Mitglied im Hecklinger Rassegeflügelzuchtverein nicht nur um ihren amtierenden Wettkampfskönig. "Ich habe 25 Küken", berichtet das junge Mädchen.

Insgesamt ist ihr Gewinnergockel beim Hähnekrähen in Hecklingen in diesem Jahr gegen 27 Tiere erfolgreich angetreten. Sie gehören Züchtern aus Hecklingen und Löderburg.

Den zweiten Platz holte ein Hahn vom Jungzüchter Steven Bock (Hecklingen), den dritten Rang teilen sich die Hähne der Vereinsmitglieder Ernst Bock (Hecklingen) und Günther Niehoff (Löderburg).

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