Staßfurt (dw). An der Bode in der Region Staßfurt besteht derzeit keine Hochwassergefahr. Das bestätigt der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) in Magdeburg. "Die Pegelhöhe liegt gering über dem jahreszeittypischen Mittelwasser", sagt LHW-Hydrologe Uwe Fricke. Nach der Schneeschmelze im Winter hätte die Bode viel mehr Wasser geführt als es jetzt der Fall sei.

Die aktuellen Wasserstände, so der Experte, resultierten aus den anhaltenden Niederschlägen. Diese lägen statistisch über den Vorjahreswerten. Dennoch: "Für die Bode gibt es viel Spielraum, weil die Talsperren im Harz noch über viele Kapazitäten im Rückstauraumbereich verfügen."

Mehrfach wurde in den vergangenen Tagen in den Medien verkündet, dass an Bode und Nebenflüssen Hochwassergefahr bestehen würde und die Alarmstufe 1 erreicht sei. Dem widersprach der Hydrologe. Die Berechnungen der Hochwasserbehörde würden zwar neben den aktuellen Pegelständen auch die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes berücksichtigen, aber bisher sei nicht so viel Regen wie prognostiziert gefallen. "Die Situation ist nicht dramatisch."

Gefährdeter allerdings sind die Nebenflüsse der Bode, im Salzland vor allem die Wipper, hieß es aus Magdeburg. Ihre Flussbetten seien zurzeit sehr voll, aber auch hier sei noch kein Pegel für eine Alarmierung erreicht. "Nach unseren Berechungen wird dieser Fall, wen nüberhaupt, höchstens kurzzeitig eintreffen", sagt Fricke.

Eine Hochwassergefährdung wie jetzt an Oder und Neisse in Brandenburg befürchtet, schließt Uwe Fricke für das Salzland aber auch für die Elbe gänzlich aus. "Dort fällt zehn mal mehr Regen als hier überhaupt prognostiziert."

Der LHW arbeitet eng mit dem Deutschen Wetterdienst und den lokalen Behörden zusammen.

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