Giersleben. Nach dem Ausscheiden der Gemeinde Giersleben aus der Verwaltungsgemeinschaft Stadt Hecklingen zum Ende des vorigen Jahres, "hängen" 35 bis 40 bedürftige Einwohner der Wippergemeinde in einer Warteschleife.

Die Menschen, die bisher sich über die Tafel in Hecklingen mit zusätzlichen Lebensmitteln, Bekleidung und anderen Dingen des täglichen Bedarfes versorgt hatten, fallen mit der Gründung der Verbandsgemeinde "Saale-Wipper" formal nicht mehr in den Betreuungs- und Verantwortungsbereich der Hecklinger.

Bis heute ist nicht geklärt, ob die Gierslebener sich in Bernburg oder Staßfurt "betreuen" lassen müssen. Damit die Menschen nicht in ein Versorgungsloch fallen, hatte sich die Hecklinger Tafel unbürokratisch bereiterklärt, an den bisherigen Verteilungsmodalitäten festzuhalten. Doch auch in Hecklingen steht die Finanzierung und Versorgung der Tafel auf schwachen Füßen.

Mehrfach wurden einzelne Gemeinderatsmitglieder mit der Frage konfrontiert, ob sich Giersleben nicht, wie es andere Kommunen schon jahrelang praktizieren, an der Finanzierung beteiligen könnte.

So hatte sich der Gemeinderat schon vor einem Jahr positioniert und wollte in einer seiner Sitzungen die Vorsitzende der Tafel einladen, um sich über das Problem verständigen zu können. Realisiert wurde das Vorhaben bisher aber nicht.

Dass aber Gesprächs- und Informationsbedarf besteht, wurde in der jüngsten Ratssitzung in Giersleben deutlich. So hatte Gemeinderatsmitglied Kurt Hoffmann (Die Linke) als Vorsitzender des Kultur-, Sport- und Sozialausschusses eine Beschwerde von Vertretern der Hecklinger Tafel entgegengenommen, in der die mangelnde Unterstützung beklagt wurde.

Für Bürgermeister Benno Rietsch (SPD) eine Vorgehensweise, die er so nicht akzeptieren kann. "Wir brauchen erst einen schriftlichen Antrag, um einen Verwaltungsakt herstellen zu können. Der ist bis heute aber nicht eingegangen."

Mit irgendwelchen Zahlen, die in den Raum geworfen würden oder auf persönliche Wünsche könne der Gemeinderat nicht reagieren.

Und auch Axel Hiegemann (Freie Bürger Giersleben - Wählergemeinschaft - FBG) fehlen Informationen, um überhaupt erst einmal über Geld reden zu können. "Wir müssen erst einmal Klarheit kriegen, welcher karitativen Einteilung die Einrichtung zugeordnet wird", meint das Gemeinderatmitglied. Die Zuarbeit von der Verwaltung der Verbandsgemeinde will dagegen Peter Rietsch (FBG) abwarten.

Dort soll ein Statusbericht zur Tafel und ein Vorschlag zur Vorgehensweise erarbeitet werden. "Ich hoffe, dass es eine Chance gibt, in Staßfurt einzusteigen", meint Peter Rietsch. Denn die bedürftigen Gierslebener "nicht im Regen stehen zu lassen", das stand für den Gemeinderat einmütig fest.