In diesem Jahr stand das Pfingstsportfest der ZLG Atzendorf im Zeichen zweier Jubiläen. Seit 100 Jahren wird hier Fußball gespielt. Und seit 30 Jahren Tischtennis. Sie waren Anlass für eine Festveranstaltung am Freitagabend.

Atzendorf. Im Festzelt vor dem Sportplatzgelände hatten sich Sponsoren, Übungsleiter, Eltern von sportbegeisterten Kindern, Fachverbände, Vertreter von Vereinen des Ortes , Politiker und nicht zuletzt Sportlerinnen und Sportler der Zentralen Landsportgemeinschaft (ZLG) sowie interessierte Atzendorfer Einwohner versammelt.

Oberbürgermeister René´Zok (parteilos) weilte innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Male bei der ZLG. Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) war wegen seines Urlaubs nicht anwesend, hatte sich aber mit einer Spende von 50 Liter Bier offiziell abgemeldet. Unter den Anwesenden war auch der Landtagsabgeordnete und Freund des hiesigen Sports, Johann Hauser (FDP).

Für den Sport waren der Ehrenpräsident des Kreisfachverbandes Fußball, Rüdiger Großmann mit Geschäftsführer Klaus Beyer nach Atzendorf gekommen. Anwesend war auch das älteste Mitglied der ZLG, der ehemalige Sektionsleiter Fußball, der heute 91- jährige Rudi Escher.

Alle wurden vom Vorsitzenden der ZLG, Günter Döbbel, mit herzlichen Worten begrüßt, bevor dieser einen Rückblick, wie er sagte zu Geschichten, Mythen und Legenden vom Atzendorfer Fußball vortrug.

Es begann 1910. In der Chronik ist als erstes Match eines gegen Förderstedt erwähnt, das allerdings für Atzendorf mit 4: 21 verloren ging. Und so feiert auch der SV Förderstedt in diesem Jahr das Jubiläum "100 Jahre Fußball" 1926 begann dann hier mit der Gründung des FC 26 der regelmäßige Spielbetrieb. Zwei Jahre später war eine neue Sportanlage gebaut, die hatte 18 821,77 Mark gekostet und wurde 1929 mit einem Kreissportfest des damaligen Landkreis Calbe eingeweiht.

1931 bildeten die "Freien Turner" eine neue Mannschaft und drehten den Spieß um. Mit 3:1 besiegten sie Wacker Förderstedt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahmen die Fußballer unverzüglich wieder den Spielbetrieb auf. 1947 stieg Atzendorf in die 1. Kreisklasse auf und erkämpfte schon den ersten Kreismeistertitel für das Bördedorf.

Weitere Erfolge waren der Sieg im Kreispokal gegen Aktivist Staßfurt 1955 und wieder zwei Jahre später der Sieg im Bezirkspokal und der Aufstieg in die Bezirksliga.

Döbbel nannte auch immer Namen in Verbindung mit den Erfolgen. So sagte er über Manfred Dziedzic, damals ein herausragender Spieler und später ein ebenso guter Übungsleiter: "Alle, die hier sitzen, haben bei ihm das Fußballspielen erlernt."

1968 wurde "Traktor" Atzendorf in Zentrale Landsportgemeinschaft umbenannt. Es sollte damals ein Großsportverein auf dem Lande geschaffen werden. Eine großen Anteil an den Erfolgen nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Übungsleiter, wie Ernst Schönborn, Manfred Dziedzic, Waldemar Wolter, Funktionäre wie Manfred Niemann, Werner Klause, Rainer und Wilhelm Schöne und Spieler wie Walter Schulze, Wolfram Krause, Egon Körner, Karl-Heinz Schäfer, Rainer Wallstab, Rolf Lange, Dirk Wolter und Andreas Loche, die stellvertretend für viele andere genannt wurden.

Auch nach der Wende ging es im Atzendorfer Fußball weiter vorwärts. Übungsleiter wie Bernhard Knoll, Steffen Grohe, Andreas Loche, Klaus Dunker und Manfred Sander leisten eine erfolgreiche Arbeit. Die erste Mannschaft gehört zu den Spitzenteams in der Landesklasse.

Viel Beifall gab es von den Anwesenden bei der Aufzählung dieser Erfolge. Dann kamen die Gäste mit ihren Grußworten und die Ehrungen und Auszeichnungen auf die Tagesordnung.

Alle, ob Oberbürgermeister oder Verbandsehrenpräsident, sprachen sich sehr lobend über die ZLG und den Atzendorfer Fußball aus. Die Ausgezeichneten sind alle im Infokasten genannt. Extra erwähnt werden soll nur die Auszeichnung der ZLG mit der vom DFB gestifteten Plakette "100 Jahre Fußball" und die Ernennung von Gustav Buhrau zum Ehrenmitglied des Vereins.

Im Rahmen der Grußworte meldete sich auch der hiesige Hobbyhistoriker Kurt Braun zu Wort. Aus seinem Privatarchiv übergab er dem Verein eine Bildzusammenstellung, zu der ein Originalmannschaftsfoto von 1926 gehörte.

Anschließend wurden die Bilder des Atzendorfer Fußballs von 1927 bis jetzt als Diashow an die Wand geworfen und damit viele Erinnerungen geweckt, bevor das Feiern ins Zentrum gerückt wurde.

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