Mit einem Tag der offenen Tür lockte der Förderverein der Kirche Sankt Clemens Pfingstmontag in das Gotteshaus. Bereits gegen Mittag blieben viele Gäste trotz des unbeständigen Wetters nicht aus. Denn vor allem heimatgeschichtlich hatte der Verein allerhand zu bieten. Außerdem wurde auf ein Jubiläum aufmerksam gemacht. Das steht dem Verein kurz bevor.

Groß Börnecke. "Wir kommen jedes Jahr gern wieder", erzählt ein sichtlich interessierter Besucher während eines Rundgangs durch die Ausstellung in der Kirche. Entlang des Ganges, mittig und gut sichtbar beschriftet, fein säuberlich auf großen Tafeln befestigt sind die Exponate für jeden Gast gut sichtbar aufgebaut.

Die Rede ist von rund 300 Bildern. Sie zeigen historische Dorfansichten ebenso wie Aufnahmen von heute. Sortiert nach Straßenzügen und anderen Rubriken - etwa zu den Themen Mittelstraße, Rüsternberg, Stobenstraße oder Kirchen – Darauf wieder zu erkennen, wie der Ort einst aussah und was sich verändert habe, sei interessant, findet der Besucher weiter und zeigt auf ein Foto, deutet auf das Geschäft von Hermann-Mücke. "Es hat sich damals in der Mittelstraße befunden", erinnert er sich an den Laden des Mechanikermeisters.

Älteste Ansicht von 1880 zeigt Domburg

Das Fotos stammt ebenso wie der Großteil der ausgestellten Motive aus dem Fundus von Fördervereinsmitglied Peter Luwich. Er hat die Ausstellung mit zusammengetragen. "Weil es interessant für den Heimatort ist. Deshalb stelle ich die Bilder auch für nachfolgende Generationen zusammen", begründet er seine Begeisterung für das heimatgeschichtliche Hobby.

Das älteste im Originalzustand erhaltene Motiv seiner Sammlung stammt aus dem Jahr 1880. Es zeigt eine in braun gehaltene Zeichnung als Motiv einer Postkarte. Zu sehen ist die Domburg am Hakel, ein früher beliebtes Ausflugsziel. Direkt darunter, ebenfalls auf der Vorderseite zu lesen: Notizen des Verfassers der Nachricht. "Es handelt sich hier um einen Vorläufer der Lito-Karten", weiß Luwich.

Auch weil der Verein in diesem Jahr ein großes Jubiläum feiere, gebe es die Ausstellung zum Tag der offenen Tür. "Wir haben die Gelegenheit genutzt, auf das zehnjähriges Bestehen des Vereins aufmerksam zu machen", sagt Fördervereinsvorsitzende Sonja Mewald. Gestern nach dem Tag der offenen Tür zog sie eine positive Bilanz. "Wir sind voll zufrieden mit der Veranstaltung. Hatten rund 200 Besucher", sagt die Vereinschefin. "Alles in allem trotz des ungünstigen Wetters, war der Tag ein voller Erfolg für uns", zeigt sie sich zufrieden. Vor allem, weil der Verein mit der Aktion sein Hauptanliegen um den Erhalt der Kirche Sankt Clemens ein Stück weit öffentlicher machen konnte. "Die Kirche ist ein Stück Börnecke. Sie liegt uns am Herzen. Wir haben uns vor zehn Jahren zusammengeschlossen, um uns gemeinsam für den Erhalt des Gotteshauses stark zu machen", meint auch Claus Freitag.

Eine der letzten Röver-Orgeln

Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins erklärt, dass im Laufe der letzten Jahre dank vieler Spenden und Fördergelder allerhand erreicht werden konnte. So habe das Gestühl einen neuen hellen Farbanstrich erhalten, neue Fenster seien unter anderem eingebaut worden. Zusammen mit den anderen Mitgliedern des Vereins stand er Besuchern Pfingstmontag Rede und Antwort, informierte so auch über das klingende Herz der Kirche. Es schlägt noch nicht wieder. Der Verein habe sich aber auch das Ziel gesetzt, es wieder zu beleben.

Die Rede ist von der Röver-Orgel der Kirche Sankt Clemens. Sie verfüge über 26 Register. Allerdings fehlten Pfeifen. Die komplette Steuerung sei aber erhalten geblieben, so Freitag. Dass die Orgel was ganz Besonderes sei, sagt der Groß Börnecker. "Sie ist eine der letzten Orgeln, die Röver gebaut hat."

Nicht nur wegen ihr macht sich der Verein für das Gotteshaus stark. Er wolle die Kirche vor dem Verfall bewahren. In kleinen Schritten gehe es voran. Ein Tag der offenen Tür sei genau die richtige Plattform, um das Anliegen zu kommunizieren. "Die Kirche bekannter zu machen und öffentlich zu zeigen, wie wichtig es ist, dass Leute sich für kulturhistorische Stätten stark machen", begründet Sonja Mewald die Intention hinter der Aktion. Schließlich wolle der Verein sich damit auch dafür einsetzen, dass die "Verbundenheit zur heimischen Scholle auch bei jungen Leuten erhalten wird."

 

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