Förderstedt (kse). Mit den neuen Glocken der evangelischen St.-Petri-Kirche wurde am Pfingstsonntag ein Festgottesdienst gefeiert. Zu Beginn erklangen die zwei kleinen Bronzeglocken, die bisher außen am Turm hingen und zu den Viertel- und ganzen Stunden schlugen. Nun sind sie die zwei kleinsten des aus insgesamt fünf Glocken bestehenden neuen Geläuts.

Den Gottesdienst feierten die Förderstedter Pfarrerin Marina Mönnich und ihr Vorgänger, Pfarrer im Ruhestand, Michael Macha, gemeinsam. In der Begrüßung zu Beginn dankte Kirchenratsmitglied Dietmar Doktor all jenen, die das Vorhaben unterstützt haben. Besonderer Dank ging an den Kirchenratsvorsitzenden und Altbürgermeister Bodo Messerschmidt, der das Projekt gegen alle Widerstände durchgesetzt habe.

In seiner Festpredigt zählte Altpfarrer Michael Macha die Glocken zu den ältesten Musikinstrumenten der Menschheit. Dann nahm er Bezug auf die Sprüche auf den drei vor etwa einem Monat in Lauchhammer gegossenen Glocken. Auf der großen Glocke steht: "Meine Stimme ist Gebet, das Frieden, Gott, von Dir erfleht." Darin komme zum Ausdruck, dass die Kirche eine den Menschen zugewandte Gemeinschaft sei, die unter anderem auch durch die Sehnsucht aller Menschen nach Frieden gekennzeichnet ist.

Auch der Spruch der mittleren Glocke: "Ich in Eurer Mitte, Segen diesem Ort erbitte" bezieht sich nicht nur auf die Kirche als Ort der Verkündigung des Wort Gottes, sondern auch auf Förderstedt als Heimatort, dass er allen Einwohnern ein lebenswerter sei, in dem sie Gemeinschaft und Geborgenheit finden mögen.

Die helle, fröhliche, muntere Stimme der kleinen Glocke mit der Inschrift: "Meiner Stimme heller Klang, lobt dich, Gott, solang‘ ich kann" sei an alle der Zuruf, Gott zu loben und zu danken. Sich nicht von allem Negativen überschwemmen lassen, sondern sich Freiräume der Freude, Hoffnung und Zuversicht zu schaffen, ist ihre Botschaft.

Nach jedem einer Glocke gewidmeten Abschnitt, wurde sie erstmalig offiziell geläutet.

In den Grußworten der Gäste sprach als Erster der Staßfurter Oberbürgermeister René Zok. Er ging davon aus, dass er die Möglichkeit, die evangelische Kirchgemeinde in Förderstedt zu besuchen, positiv bewerte. Und weiter kam er auch auf die Leistungen von Bodo Messerschmidt zu sprechen. Ohne dessen Engagement wären keine neuen Glocken möglich gewesen. Die Verbindung der Funktionen des Bürgermeisters und des Kirchenratsvorsitzenden hätten sich hier nahtlos ergänzt und zu dieser großen Leistung für die relativ kleine Kirchengemeinde geführt, sagte er weiter. Abschließend wünschte er der Kirche auch im Namen des Stadtrates und der Verwaltung alles Gute für die Zukunft und Gottes Segen.

Der Atzendorfer Kirchenratsvorsitzende Hartmut Rulf wünschte in seinem Grußwort, dass die neuen Glocken noch lange zur Ehre Gottes erklingen mögen. Ein weiteres Grußwort kam vom Pfarrer im Ruhestand Henning Schüttlöffel, der heute in Rinteln/Weser lebt und dessen Vater von 1941 bis 1956 Pfarrer in Förderstedt war. Er hat als Kind 1956 hier zum letzten Mal den Glockenstrang gezogen und übergab nun aus dem Nachlass seines Vaters zwei alte Bilder, die den Innenraum der Kirche zeigen.

Pfarrer Macha sprach vor dem Segen noch einmal kurz zu den Anwesenden und dankte neben Bodo Messerschmidt auch Superindendent Michael Wegener, der leider nicht anwesend sein konnte, für seine Unterstützung bei der Realisierung des Projekts. Nach dem Segen und dem abschließenden Lied erklangen erstmals alle fünf Glocken des neuen Geläuts gemeinsam, während die Gläubigen das Gotteshaus verließen.

Auf dem Kirchengelände waren Tische aufgestellt, wo man sich stärken und dabei nützliche Gespräche führen konnte.

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