Hecklingen. In Hecklingen hat die kleine Friedensfahrt, ins Leben gerufen vom Radsportmuseum Kleinmühligen, schon eine Heimstätte gefunden. Seit drei Jahren wird das Radsportevent für die Mädchen und Jungen der Grundschule auf die Beine gestellt. In diesem Jahr ging die Tour sogar mit einem kleinen Teilnehmerrekord für alle Fahrer und noch wichtiger, vor allem unfallfrei über die Bühne.

Auf ihren Bikes radeln die Kinder geschwind an vielen Schaulustigen durch die Straße, die flache Anhöhe im Wohngebiet Pfarrbreite hinab, dann kurz vorm Ziel schnell abbremsen – gesichert mit Streckenposten am Rand ist die Runde abgesteckt. Bürgerarbeiter der Schule sowie der Abteilung Sport, Spiel, Spaß - Integration durch Sport haben alles fest im Griff, flitzen schnell vom Ziel zum Start. Eine Klasse legt nach der anderen ab. Mittendrin in Aktion ist auch Schulleiterin Gudrun Topf. Ausstaffiert mit Warnweste, Zetteln und Stift feuert sie zusammen mit an, notiert, wer wie abgeschnitten hat.

Sichtlich begeistert berichtet die Lehrerin, wie gut die Aktion von den Kindern angenommen wird. Von Jahr zu Jahr sei die Zahl der Teilnehmer gestiegen. Seien 2008 und 2009 zunächst die dritten und vierten Klassen allein an den Start gegangen, hätten in diesem Jahr erstmals auch die ersten und zweiten Klassen mitgemacht. "Von den 109 Schülern unserer Schule haben über 60 Kinder mitgemacht", freut sie sich über den Teilnehmerrekord. "Es ist toll, dass sich so viele Kinder dem sportlichen Wettstreit stellen", lobt sie das Engagement aller. Das größte Glück sei neben der sportlichen Herausforderung auch, dass das Wettrennen auf den Fahrrädern unfallfrei vonstatten gegangen sei.

Das sieht Horst Schäfer vom Radsportmuseum Kleinmühligen genauso. Im blauen Friedensfahrt-Trikot mit weißer Friedenstaube sticht auch er im Trubel der Veranstaltung ein bisschen hervor, schwingt die Fahne bei den vielen Starts. Nebenbei findet er aber trotzdem Zeit für ein kurzes Gespräch, erzählt, welches Anliegen hinter der Aktion steckt, was das Museum mit der kleinen Friedensfahrt, die auch in anderen Orten des Kreises läuft, erzielen möchte. "Wir möchten mit den Menschen über den Frieden reden." Im Mittelpunkt dabei stehe aber nicht die Geschichte der Fahrt als solche, sondern vielmehr ihr ursprünglicher Sinn und die Bedeutung, nämlich das friedliche Miteinander beim sportlichen Wettkampf der Kulturen. Denn das sei auch der Ursprungsgedanke der Fahrt gewesen, als diese 1948 nach dem Krieg ins Leben gerufen wurde, weiß Schäfer und genau an diesen Gedanken wolle man anknüpfen. "Wir haben heute ein vereintes Eu-ropa, das weiter zusammenwachsen muss. Vielleicht kann unsere kleine Friedensfahrt ein kleiner Baustein sein", hofft er mit dem Wettkampf, die Kinder zu begeistern. Dass das gelingt zeige die ein oder andere Rückmeldung seitens der Radler. "Wenn die Kinder in ihrer eigenen Sprache sagen ¿dat war geil‘ zeigt das, dass wir was bewegen können", so der Radsportfan.

 

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