Sie stehen teilweise heute noch an Keyboard und Gitarre. Und die Zeiten der FSGW-Combo ist in ihren Köpfen, als wären sie erst letzte Woche zu Ende gewesen. Derweil ist ein halbes Jahrhundert vergangen, als die Werkband des einstigen Fernsehgerätewerkes (FSGW) gegründet wurde. Das wollen die mittlerweile an die 70-jährigen Bandmitglieder von damals nochmal richtig feiern. Mit Musikerkollegen und anderen Freunden, die vielleicht an die einst sehr aktive Staßfurter Musikerszene anknüpfen.

Staßfurt. "Wir wollen uns nochmal alle nett treffen, um nicht in ein paar Jahren sagen zu müssen, hätten wir mal..." Jürgen Becke ist einer der Initiatoren eines außergewöhnlichen "Klassentreffens". Das 50. Gründungsjahr der FSGW-Combo soll der Anlass sein. Am 1. Oktober wird die große Party im Sodawerksaal steigen. "Da werden hoffentlich ganze Musikergenerationen vertreten sein", hofft Jürgen Becke. Von Gründungsmitgliedern der Combo, Musikern der Nachfolgeband Säkular 72, bis zu Bandmitgliedern des neuen Vereins Aktiver Musiker (VAM), der erst im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben wurde.

"50 Musiker haben bereits zugesagt", so der Staßfurter Organisator. "Zwar werden sich die Partygäste auf der Bühne einstöpseln können, wenn sie Lust haben. Aber Musikmachen soll nicht vordergründig Thema dieser geschlossenen Veranstaltung sein, sondern einfach erzählen über die alten Zeiten, die Jungen mit dem Geist der einstigen Staßfurter Musikszene anstecken. Ich glaube, da sind die Bands vom ,Verein Armer Musiker‘ die Richtigen", zwinkert Becke.

Zu erzählen hätten Becke & Co. Bände, wie schon bei einem Vorbereitungstreffen im Bräustüb‘l diese Woche mit einstigen Kollegen. Da hatte Hans-Joachim Müller sogar einen Ordnungsstrafbescheid aus dem Jahr 1968 mitgebracht. Weil die FSGW-Combo die 60:40-Regelung nicht eingehalten und zuviel VE-Titel gespielt hatte (VE gleich "Verbotene Einfuhr"), wurde ihr vom Rat des Kreises, Abteilung Kultur, für zwei Monate die Spielerlaubnis entzogen.

Die lustigen Gesellen gaben aber auch positive Erlebnisse zum besten. So sollte bei einem Werkfest auf Anordnung des damaligen Betriebsleiters "Balla-balla" gespielt werden, obwohl der Titel verboten war. ",Ihr seid meine Band‘ argumentierte der Chef, der hinter uns stand", erinnert sich Jürgen Becke. Am liebsten scheinen sich die fast 70-Jährigen aber an die vielen schönen Begegnungen mit den weiblichen Fans zu erinnern. Doch darüber schweigt des Sängers Höflichkeit...

Musikerkollegen, die zur FSGW-Combo gehörten, zu den Nachfolgebands Stephan-Alexander-Sextett und Säkular 72 oder sich in irgendeiner anderen Form mit ihnen verbunden fühlen, um ein großes Wiedersehen zu feiern, melden sich bei Jürgen Becke (Tel. 039 25/30 04 32 oder E-Mail: becke43@web.de).

Es wird sicher noch einiges aus dem bewegten Musikerleben zu berichten sein.