In der Musikreihe "Klänge im Raum" wird am 4. Juni in der Börde-Halle in Eggersdorf die 8. Sinfonie von Gustav Mahler aufgeführt. Im Vorfeld äußert sich der Dirigent des Orchesters des Nordharzer Städtebundtheaters über dieses außergewöhnliche Vorhaben.

Eggersdorf. Niemand muss Fan klassischer Musik sein oder die Werke des in Böhmen geborenen Komponisten Gustav Mahler lieben. Eins aber ist unbestreitbar: Das Festkonzert zum 150. Geburtstag Mahlers am kommenden Freitag, dem 4. Juni, in der Börde-Halle in Eggersdorf ist sowohl organisatorisch als auch künstlerisch etwas Ungewöhnliches, etwas Herausragendes. Drei Orchester, fünf Chöre und acht Solisten werden eine musikalische Kunst präsentieren und zelebrieren, wie sie im Laufe eines Menschenlebens vielleicht nur einmal erfahren werden kann. Zu Gehör gebracht wird Mahlers Sinfonie Nummer 8 in Es-Dur, auch "Sinfonie der Tausend" genannt.

Die Uraufführung am 12. September 1910 in München war für den damals schon schwerkranken Komponisten ein grandioser Erfolg. Mahler soll vor dem Konzert, das ebenfalls in einer Halle erklang, wie ein König begrüßt worden sein: mit ehrfürchtigem Schweigen. Erst als er dankte, brach ein riesiger Jubel los. Allen Anwesenden war klar, dass dort ein ganz Großer seiner Zunft am Pult stand.

Am 4. Juni wird der Dirigent des Orchesters des Nordharzer Städtebundtheaters, Johannes Rieger, 250 Mitwirkende unter seiner Ägide vereinen. Dabei sind Musiker der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck, des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode sowie Sänger und Sängerinnen von fünf Chören sowie acht Solisten (Volksstimme berichtete). "Das Werk lohnt diesen Aufwand", versichert Johannes Rieger. Für ihn ist diese Aufführung von Mahlers Achter die erste in seiner Karriere. "Das passiert einem auch als Dirigenten nicht so oft", sagt er mit Hinweis auf die notwendige große Besetzung, um diese Sinfonie zu intonieren.

Das Ganze sei schon eine "Wahnsinnsidee", schätzt Hans-Jörg Simon von der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie ein. "Wir haben gezählt, wie viele Musiker bekommen wir denn zusammen? Und siehe da, es ist passgenau für dieses Vorhaben", erläutert Simon. Er sieht als Geschäftsführer des Schönebecker Ensembles auch die wirtschaftliche Seite und hofft, beim Sinfonieabend der Superlative keine Verluste einzufahren, trotz Unterstützung durch Lotto Sachsen-Anhalt.

Während ein Konzert am 6. Juni in Halberstadt bereits nahezu ausverkauft ist, gibt es für die Aufführung am 4. Juni in Eggersdorf noch Karten.

Johannes Rieger hat die vergangenen Wochen damit verbracht, an verschiedenen Orten mit den unterschiedlichen Ensembles das Werk einzustudieren. Am 4. Juni muss dann alles möglichst nahtlos ineinanderlaufen. "Einige Übergänge sind schon heikel", räumt Rieger ein.

Befragt, was Mahler heutigen Menschen zu sagen hat, meint der Dirigent: "Er ist aktueller denn je. Seine Musik ist Ausdruck seines Seelenlebens, was meiner Ansicht nach gerade heutige Menschen sehr gut nachempfinden können."