• 24. Mai 2013


Newsticker

Sie sind hier:



Hecklingen: Nach Starkregen im Juli / Stadt sind bei der Räumung des "Beeks" Hände gebunden


Vorfluter zugewuchert: Stadt im Zwiespalt zwischen Natur- und Hochwasserschutz

04.08.2012 04:16 Uhr |


Von Nora Menzel


Das Schilf steht meterhoch: Der Vorfluter "Beek" in Hecklingen Ende Juni dieses Jahres.

Das Schilf steht meterhoch: Der Vorfluter "Beek" in Hecklingen Ende Juni dieses Jahres. | Foto: Menzel Das Schilf steht meterhoch: Der Vorfluter "Beek" in Hecklingen Ende Juni dieses Jahres. | Foto: Menzel

Nachdem sintflutartige Regenfälle in Hecklingen jüngst für überschwemmte Straßen und nasse Keller sorgten, ist die Stadt bemüht, Mittel und Wege zu prüfen, wie der Hochwasserschutz im Ort weiter verbessert werden kann. Der Naturschutz bringt die Kommune dabei aber in eine zwiespältige Lage.

Anzeige

Hecklingen l Heftige Unwetter wüteteten am Abend des 5. Juli dieses Jahres über Hecklingen. Die Feuerwehr war bis in die frühen Morgenstunden im Dauereinsatz. Zig Keller mussten ausgepumpt werden. Wasser quoll durch Gullydeckel und überflutete Straßen und Gehwege. Autos blieben stecken und mussten gerettet werden.

Der Vorfluter "Beek" - als Graben war er nach dem letzten großen Hochwasser im Ort 1937 mit der Aufgabe ausgebaut worden, Wassermassen abzufangen und abzuleiten, um den Ort zu schützen - füllte sich binnen kurzer Zeit bis zum Rand.

Zuschuss, den Vorfluter baulich zu erneuern, wird recherchiert

Dabei kamen aber auch Mängel an dem betonierten Bauwerk zu Tage. Unterspülungen hatten zur Folge, dass Mauerteile des "Beeks" abbrachen und die Feuerwehr entsprechende Stellen sichern musste.

Das Handlungsbedarf besteht, weist Hecklingens Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche (CDU) nicht von der Hand. Er erklärte gegenüber der Volksstimme, dass die Stadt dabei sei, entsprechende Förderungen für wasserwirtschaftliche Maßnahmen zu prüfen, die infrage kommen und der Stadt im Fall einer Bewilligung Mittel einbringen, den Ausbau zu bezuschussen. Er sprach von Recherchen, die derzeit mit dem Ziel laufen abzuklopfen, unter welchen Bedingungen entsprechende Bemühungen erfolgversprechend sind.

Kosche ist sich der Bedeutung des "Beeks" für den Ort bewusst. "Er hat sich bewährt gemacht", sagte er, wie wichtig die Aufgabe des Vorfluters im Zuge des Hochwasserschutzes ist. Umso mehr beschäftigt nicht nur ihn eine weitere damit verbundene Problematik. Sie war auf öffentlichen Sitzungen von Ratsmitgliedern schon oft thematisiert worden.

Dabei geht es ebenfalls um eine Kritik am Zustand des "Beeks", weil der Graben in den Sommermonaten - wie jetzt auch - komplett mit Schilf zugewuchert ist. Meterhoch sprießen die Pflanzen.

"Wir befinden uns hier im Zwiespalt zwischen Hochwasserschutz und Naturschutz", sagte Kosche. Ginge es nach dem Bürgermeister, würde er den Graben gern grundhaft räumen lassen, damit Wasser im Ernstfall besser abfließt. Doch der Naturschutz schiebt dem Hochwasserschutz einen Riegel vor. Bestimmte Pflanzen und Tiere müssten geschützt werden, daher sei die Räumung in einigen Bereichen nicht möglich.

Hintergrund ist, dass es sich bei Schilf (Röhrichten) laut Bundesnaturschutzgesetz um gesetzlich geschützte Biotope (Paragraf 30/ Absatz 2/ Nummer 2) handelt. Im Gesetz heißt es auch, dass Handlungen, die zu einer Zerstörung oder erheblichen Beeinträchtigung des Biotops führen können, nicht gestattet sind. "Danach ist es verboten, Röhrichte (also Schilf) in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September zurückzuschneiden", teilte die Pressesprecherin der Landkreisverwaltung Ingrid Schildhauer auf Nachfrage der Volksstimme mit.

Außerhalb der genannten Zeit sei die Räumung des Grabens aber ebenfalls nur eingeschränkt möglich. Röhrichten dürften dann nur in bestimmten Abschnitten gekürzt werden, so die Information.

"(Es) ist es verboten, Röhrichte (also Schilf) in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September zurückzuschneiden."

Schildhauer verwies im Namen des zuständigen Fachamtes aber auch darauf, dass es eine Ausnahme gibt. Denn das Verbot gilt nicht für behördlich angeordnete Maßnahmen. Und das bedeute, dass das Schilf im Ernstfall wegkommen kann. Damit seien außergewöhnliche Umstände gemeint, die anderenfalls mit einer Gefahr verbunden sind.

Die Stadt Hecklingen möchte jetzt mit dem zuständigen Unterhaltungsverband "Untere Bode" mit Sitz in Borne Kontakt aufnehmen, um darüber zu sprechen, wie das Problem gelöst werden kann.

Aus der Pressestelle des Landkreises hieß es dazu, dass der Verband den Vorfluter "Beek" turnusmäßig zu unterhalten hat. Offensichtlich sei 2012 noch keine Schilfmahd erfolgt, teilte Schildhauer mit dem Hinweis mit, dass "die notwendigen Arbeiten an den Gewässern ... bei den jährlich durchzuführenden Gewässerschauen festgelegt (werden)."



Kommentare 1 Kommentar


Dokumenten Information
Copyright © Volksstimme 2013
Dokument erstellt am 2012-08-04 04:16:03
Letzte Änderung am 2012-08-04 04:16:03

Volksstimme.de



Newsletter kostenlos abonnieren und keine Nachricht mehr verpassen!


Der Volksstimme.de-Newsletter: Das Wichtigste vom Tage kostenlos per E-Mail. Bitte tragen Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein und klicken anschließend auf "Absenden" (Mit dem Eintragen und Abschicken Ihrer E-Mail-Adresse haben Sie unsere Datenschutzbestimmungen akzeptiert.):
Hier E-Mail-Adresse eintragen

Sicherheitscode



Newsletter abonnieren


Sie vermissen einen Artikel?


Die Volksstimme komplett als E-Paper

Bestellen Sie sich jetzt die tagesaktuelle Ausgabe der Volksstimme bequem als digitales E-Paper für nur 1,00 Euro in unserem Onlinekiosk.

Anzeige

Staßfurt


Lokales



Stellenangebote in der Region Staßfurt

Stellenanzeigen in der Region Staßfurt Sie suchen eine neue Stelle oder einen neuen Job in Staßfurt und Umgebung? In unserem Stellenmarkt finden Sie aktuelle Stellenangebote.
Stellenanzeigen in der Region Staßfurt finden

Immobilien und Wohnungen
in der Region Staßfurt

Immobilienanzeigen in der Region Staßfurt Ob Wohnungen, Häuser, Grundstücke, Gewerbe - aktuelle Angebote für Staßfurt und Umgebung finden Sie im Immobilienmarkt.
Immobilien in der Region Staßfurt finden

Fahrzeugangebote in der Region Staßfurt

KFZ-Anzeigen in der Region Staßfurt Auto, Motorrad, Transporter - suchen Sie ein neues Fahrzeug? In unserem KFZ-Markt für Staßfurt und Umgebung finden Sie die aktuellen Angebote.
KFZ-Anzeigen in der Region Staßfurt finden

Trauerfälle in der Region Staßfurt

Traueranzeigen in der Region Staßfurt Traueranzeigen, Danksagungen, Nachrufe und Gedenkanzeigen zu Trauerfällen in Staßfurt und Umgebung finden Sie in unserem Trauermarkt.
Traueranzeigen in der Region Staßfurt

Volksstimme Branchenbuch: Unternehmen aus Staßfurt





Bilder aus Staßfurt


Abifest Egeln

Egeln (ky) Unter dem Motto "Abilymp - Wenn Götter gehen" feierten die 12. Klassen des Gymnasiums... weiterlesen


19.04.2013 17:00 Uhr
  • gefallen
  • Kamera


Weitere Bildstrecken

Lokalsport


Grandiose Premiere: Harald Bohndorf siegt bei seinem ersten Wettkampfstart überhaupt
Harald Bohndorf tat es seiner erfolgreichen Tochter Antje gleich und sicherte sich in seinem ersten Wettkampf überhaupt den Sieg im Fahrerwettbewerb für Ein- und Zweispänner.

Es wieherte, es schnaufte und es herrschte beschäftigtes Durcheinander am Wochenende auf den Anlagen... weiterlesen


23.05.2013 00:00 Uhr


Acht Treffer: Torjäger Jens Binnebößel geht in die Geschichte ein
Rocco Ulbrich (vorn) vom Schönebecker SV II setzt sich in dieser Szene gegen den Kleinmühlinger Marcel Podlech durch.

Staßfurt (hla/fna) l Warthe Hakeborn ist das Team der Stunde in der Staffel Nord der... weiterlesen


22.05.2013 00:00 Uhr


Harry Streit agiert doppelt "hervorragend"
Der Eickendorfer Thomas Wolff, in dieser Szene gegen Nienburgs Maximilian Zingel, bestach durch gute Spielführung.Archivfoto: Ingo Müller

Dass Topleistungen nicht immer nur von siegreichen Teams und Spielern geboten werden... weiterlesen


22.05.2013 00:00 Uhr


14 Schützen bis zum Finaleinzug

Fußball l Staßfurt (hla). Die Reservemannschaft des SV Wolmirsleben und die Spielgemeinschaft... weiterlesen


22.05.2013 00:00 Uhr


Eickendorf schließt zum Mittelfeld auf
Die Spielszene, die im Unseburger Strafraum zum 3:1-Treffer für die SG Gnadau führte. Am Ende behielt der Tabellenführer klar die Oberhand.

Die Nachhol-Spieltage in der Fußball-Salzlandliga am Sonnabend und gestern brachten keinerlei... weiterlesen


21.05.2013 00:00 Uhr


Kinoprogramm


Das aktuelle Kinoprogramm für Ihre Region.
weiter

Neueste Leserkommentare


Das Gerschätsgebaren des MVB spricht doch Bände, schlechter Service, unfreundliches Personal,unfreundlicher Telefon Support und dann noch 20 % erhöhung für Abos,man findet immer ausreden für mehr Geld, soll doch mal die MVB Spitze 20 % Ihrer Gehälter abgeben ...Die erhöhung trifft besonmders dioe ARMEN

von rigoletto.2012 am 23.05.2013, 16:56 Uhr

Es sind genau diese Halbwahrheiten, wie sie Herr Haseloff in diesem Artikel äußert, die die emotionale Explosion der Beschäftigten vom Professor bis zu pflegerischen Hilfskraft am Klinikum in Halle, ausgelöst haben. Um es deutlich zu sagen: Wir haben gestern 101.000 Unterschriften für den Erhalt beider Universitätskliniken und Medizinischer Fakultäten übergeben, weil dies für die Zukunft in Sachsen-Anhalt erforderlich ist. Dieses Land braucht Ärzte und die Patienten mit schweren und "teuren" Erkrankungen Krankenhäuser, die deren Behandlung leisten können und wollen. Maximale Versorgung ist von Salzwedel bis Zeitz erforderlich! Es gibt auch keine Konkurrenz zwischen den beiden Universitätsklinika in Sachsen-Anhalt um Patienten und Studenten! Die erwähnten Defizite aller Uniklinika in Deutschland sind ein Ergebnis fehlerhafter Bundespolitik. Es würde dieser Landesregierung gut zu Gesicht stehen, wenn sie sich im Bundesrat für die adäquate Bezahlung, der in unseren Häusern erbrachten stationären und ambulanten Leistungen, stark machen würde! Ein Nebeneffekt: Es kostet den Landeshaushalt keinen Cent, würde ihn sogar entlasten. Leider hatte in dieser Landesregierung ausschließlich Birgitta Wolff diesen Weitblick und ihr Rauswurf war das Zeichen für die wahre Politik einer Regierung, die in Halle 48.000 Wählerstimmen erhielt. Unser Aktionsbündnis hat 65.000 Unterschriften in dieser Stadt gesammelt. Wo sieht Herr Haseloff den Wählerwillen? Stattdessen erklärt er als Nebelbombe die alten Planungen im neuen Gewand und denkt es merkt keiner. Aber 20 Jahre Kampf gegen Privatisierung und Schließung der Universitätsmedizin in Halle machen sensibel. Die vom Finanzausschuss Landtages für erforderlich erachtete Fertigstellung des Campus in Halle, für die Mittel in Höhe von 80 Mio. € erforderlich sind, und die ca. 10% Reinvestitionsquote werden von Herrn Bullerjahn und seinem Ministerpräsidenten kurzerhand zum Investitionsstau erklärt. Ist dies lediglich Beleidigung der Menschen oder einfach Unwissenheit und Unsicherheit? Klar wird: Wir werden uns in den nächsten Wochen häufiger auf der Straße treffen! Kommende Woche bereits in Magdeburg.

von HUSpannaus am 23.05.2013, 16:34 Uhr

Weitere Leserkommentare

Meine Klasse von ...


Hier Klassenfotos ansehen und hochladen!
Hier klicken!

Rund um die Volksstimme


Facebook



Sudoku spielen


Sudoku spielen auf Volksstimme.de. Hier klicken.

Anzeige
Nutzerlogin

Loggen Sie sich auf Volksstimme.de ein, um

- kostenlos den Volksstimme.de-Newsletter zu abonnieren
- Artikel auf Volksstimme.de zu kommentieren
- Ihre eigene Startseite (Nachrichtenbereich) zu gestalten

Sind Sie noch kein Nutzer auf Volksstimme.de? Dann registrieren Sie sich doch einfach und kostenlos!

Für die Anmeldung müssen Cookies in Ihrem Browser aktiviert sein.
Wichtiger Hinweis für Volksstimme.digital-Nutzer: Bitte nutzen Sie diesen Link oder klicken Sie auf E-Paper Login in der oberen Navigation

Benutzername: Passwort:

Jetzt anmelden Passwort vergessen