Bis zum 31. Juli soll in der gesamten Einheitsgemeinde Bismark das "schnelle Internet" zur Verfügung stehen. Bauamtsleiter, beauftragte Firma und der regionale Vertriebspartner zogen in den vergangenen Tagen übers Land und warben für die künftig verbesserte Breitband-Infrastruktur. Über 300 Interessenten wurden bei den fünf Informationsveranstaltungen in Dobberkau, Meßdorf, Schinne, Berkau und Kläden registriert.

Bismark. "Die Infoveranstaltungen waren sehr gut besucht", erklärte Bauamtsleiter Hans-Eberhard Genz bei der abschließenden Präsentation am Dienstag in Kläden. Kein Wunder bei der bisher in Sachen "schnelles Internet" unterversorgten Region. "Es wird Zeit, dass in dieser Richtung etwas passiert", erklärte Frank Merkel aus Klinke. Von dem auf Privatinitiative von Vodafone aufgerüsteten Sendemast in Vinzelberg, der zum Beispiel Käthen mit Breitband versorgt, hat Merkel nichts. "Zwischen Käthen und Klinke ist zu viel Wald", so Merkel. So gehört Frank Merkel zu den in der Einheitsgemeinde Bismark ausgemachten 400 Haushalten, die sehnlichst das "schnelle Internet" erwarten.

Die Einheitsgemeinde Bismark investiert 400 000 Euro in die Breitband-Versorgung der Region. 350 000 Euro stammen aus Mitteln des europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER), 50 000 Euro aus Eigenmitteln. Die Firma Arche NetVision wird die "weißen Flecke" der Einheitsgemeinde mit Breitbandanschlüssen versorgen. Das Angebot der Arche NetVision umfasst die Bereitstellung von Internetanschlüssen mit einer Bandbreite von mindestens zwei MBit/Sekunde als tariflich uneingeschränkte Flatrate. Darüber hinaus sind Bandbreiten bis zehn MBit/Sekunde realisierbar, wie Vertriebsleiter Mario Weinkauf auf den Infoveranstaltungen bekanntgab.

Die Versorgung erfolgt per Richtfunk (W-DSL) über Haupt- und Ortsverteiler. Ausgehend vom Netzübergabepunkt in Bismark geht es zu den Hauptverteilern (Sendemasten) in Meßdorf, Darnewitz und Vinzelberg. Von da aus werden die jeweiligen Ortsverteiler versorgt, die einen Radius von vier Kilometern abdecken sollen.

Die Haushalte benötigen dann ein entsprechendes Anschlussgerät. Diese Empfangsgeräte sind zur Selbstmontage vorgesehen. Ansonsten steht hier auch der regionale Vertriebspartner, die Firma al.ec.so. aus Bismark, zur Seite. Genau wie bei weiteren Fragen zu Technik, Vertrag und Tarifen. Bis zum 31. Juli soll die Breitband-Versorgung zur Verfügung stehen. "So sieht es der Vertrag vor", bestätigt Bauamtsleiter Genz, der dann in Schäplitz ebenfalls ins "schnelle Internet" möchte.

Diskutiert wurde natürlich bei den Infoveranstaltungen über die Tarife und eventuelle Alternativen. "Dass bei der hohen Summe an Fördermitteln kein günstigeres Angebot für die Endkunden herauskommt, ist nicht zu verstehen", erklärte der Darnewitzer Peter Pickelmann. Zumal die gängigen Netzbetreiber momentan aufrüsten würden. "Das LTE-Netz wird bei uns bald flächendeckend und relativ günstig sein", so Pickelmann. "Da wäre bei den Tarifen von Seiten der ArcheNet Flexibilität angesagt, wenn schon der Staat finanziell unter die Arme greift", erklärte Pickelmann. "Die Fördermittel für die Breitband-Infrastruktur in der Einheitsgemeinde sollen die Wirtschaftlichkeitslücke der Firma schließen", erwiderte Mario Weinkauf mit Blick auf die Breitbandversorgung im ländlichen Raum bei der sehr geringen Kundendichte.