Die wenig attraktive Baulücke gegenüber des Theaters der Altmark in der Karlstraße wird wohl in absehbarer Zeit nicht wieder geschlossen. Und ob hier zumindest zeitweilig ein Parkplatz eingerichtet wird, ist noch nicht entschieden.

Stendal. Bis zum Ende vergangenen Jahres wollte die Stadtverwaltung auf mögliche Investoren für die Baugrundstücke Karlstraße 15 bis 18 warten. In Sachen Vermarktung scheute sie keine Kosten. Um Interessenten darauf aufmerksam zu machen, ließ sie von Designer Rüdiger Laleike einen Aufsteller kreieren, der, mit Projektskizzen von drei Architekturbüros bespannt, im Juni in der Karlstraße aufgestellt wurde. Finden sich bis zum Jahresende keine interessierten Bauherren, erwäge die Stadt, auf dem Grundstück zeitweilig Parkplätze einzurichten. Das hatte Planungsamtsleiter Axel Achilles im Juni erklärt.

Das Jahr ist um – was wird nun aus der klaffenden Lücke gegenüber dem Theater? Die Volksstimme fragte in der Stadtverwaltung nach.

Das Resultat ist ernüchternd. Es habe zwar ein paar Anfragen gegeben, aber bisher sei kein wirklicher Interessent für das Grundstück zu erkennen, so die Auskunft von Klaus Ortmann von der Pressestelle der Hansestadt gestern. Da der Termin verstrichen sei, stehe nun die Parkplatzvariante auf der Agenda. Doch darüber sei noch keine Entscheidung gefallen. In den nächsten Tagen und Wochen werde man sich über Planungen und Kosten Gedanken machen und dann entscheiden, sagte Ortmann.

Seit Jahren fordern Stendaler und Gäste von außerhalb, vor allem Theaterbesucher, in der Nähe des TdA mehr Parkplätze einzurichten. Das freie städtische Grundstück gleich gegenüber scheint dafür aus der Sicht vieler ideal geeignet zu sein. Stadtplaner und Architekten hingegen sehen das ganz anders. Für sie ist die Lücke eine hässliche Wunde im Altstadtgefüge, die so schnell wie möglich wieder geschlossen werden sollte. Deshalb wird der Parkplatz, wenn er denn kommt, voraussichtlich nur von zeitweiliger Dauer sein.

Auf Bitten des Planungsamts hatten sich die Architekturbüros Sand aus Wörlitz sowie Klautzsch und Bach/Schwarzbrunn/Zabries aus Stendal Gedanken über die Neubebauung gemacht.