Stendal. 20 Mitglieder zählte der Stendaler Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen, als er sich am Mittwoch zu seiner Mitgliederversammlung traf. Die positive Nachricht des Abends: Als das Treffen endete, waren es 22. Mit zwei an diesem Abend neu aufgenommenen Mitgliedern verstärkte sich der Kreisverband um zehn Prozent – immerhin. Nur: diese beiden Neu-Grünen waren ebenso verhindert, an der Versammlung ihres Kreisverbandes teilzunehmen, wie acht weitere Mitstreiter. Unter dem Strich reichte das Dutzend im Jägerzimmer des Hotels am Bahnhof versammelter bündnisgrüner Kreisverbandsmitglieder dann auch nicht, um die geplante neue Satzung zu beschließen. Kreisvorsitzender Eduard Stapel verschob diesen Tagesordnungspunkt auf die nächste Sitzung.

Auftritte auf Foren der Bürgerinitiative

Nicht verschoben, sondern im Gegenteil mit Terminen und personeller Besetzung festgezurrt wurden die nächsten, sprich ersten diesjährigen Auftritte der ostaltmärkischen Direktkandidaten für die Landtagswahl. Als solche treten Adolf Gröger für den Landtags-Wahlkreis 04 (Stendal) und Norbert Krebber für den Wahlkreis 03 (Osterburg/Havelberg) an. "Damit sind wir ganz gut aufgestellt", schätzt Kreisvorsitzender Stapel ein. Eine Wertung auf solidem Fundament, denn sowohl Gröger (Mitglied des Stendaler Stadtrats) als auch Krebber (Kreistagsmitglied) engagieren sich als grüne Kommunalpolitiker im Kreis und werden als solche auch wahrgenommen.

Ihre ersten Auftritte außerhalb beider Volksvertretungen werden sie in diesem Jahr auf energiepolitischen Foren, initiiert von der Bürgerinitiative gegen das Steinkohlekraftwerk Arneburg, haben. Sie finden am 24. Januar in Stendal, am 14. Februar in Havelberg und am 28. Februar in Osterburg statt. Jeder der beiden Direktkandidaten wird zumindest bei einer dieser Veranstaltungen auftreten. Unterstützt werden sie von Dorothea Frederking, der energiepolitischen Sprecherin und Listenplatzkandidatin des Landesverbandes der Grünen, die am Mittwoch ebenso unter den Gästen der ostaltmärkischen Grünen war wie Mitglieder der Arneburger Bürgerinitiative und Sympathisanten der Partei – alles in allem ebenso viele wie anwesende Parteimitglieder.

Info-Tour: Alternativen zur A-14-Verlängerung

Der erste öffentlichkeitswirksame Termin der Grünen im Kreis wird allerdings schon auf den kommenden Montag fallen. Am 17. Januar um 10 Uhr startet am Stendaler Bahnhof ein Bus mit Stephan Kühn, bündnisgrünes Bundestagsmitglied, an Bord. Eine Informationsfahrt zu "zukunftsfähigen Alternativen zur Nordverlängerung der Bundesautobahn A 14", die entlang der geplanten Autobahntrasse führen, am Punkt der vorgesehenen Autobahnquerung am Mittellandkanal Zwischenstation machen und gegen 12.30 Uhr in Magdeburg enden wird. "Die Plätze im Bus sind begrenzt. Wer mitfahren möchte, kann sich telefonisch unter (0 30) 22 77 18 65 erkundigen, ob das möglich ist", so Eduard Stapel gestern im Gespräch mit der Redaktion.

Und noch ein Termin wurde am Mittwochabend schon mal in die Runde geworfen: Am 11. Februar ist im Anschluss an ein Fachgespräch eine öffentliche Diskussionsrunde mit interessierten Bürgern im Landratsamt geplant. Thema werden die Erneuerbaren Energien, vor allem der daraus in der Altmark erzeugte Strom und die Frage stehen, wie dieser künftig in die Netze eingespeist werden kann.