Die freiwillige Feuerwehr Döbbelin zählt zu den wenigen in der Region, die auch tagsüber einsatzfähig ist. 2010 rückten die 22 Kameraden und Kameradinnen zu sieben Einsätzen aus. Beim Abschnittsauscheid erreichten die Blauröcke den dritten Platz. Am Freitag zog Wehrleiter Bernd Friedrich während der Jahreshauptversammlung Bilanz des vorigen Jahres.

Döbbelin. Zu sieben Einsätzen wurden die 17 aktiven Kameraden und fünf Kameradinnen 2010 gerufen. Der wohl spektakulärste Einsatz fand genau vor einem Jahr, am 10.Januar, statt. Die Polizei hatte die Döbbeliner Blauröcke um Unterstützung bei der Verfolgung eines Traktorendiebs gebeten. Mit Hilfe der Wehr konnte dieser auf einem Feldstück gestellt werden.

Im März löschten sie einen Heuwagenbrand. Zur Rettung einer Katze von einem hohen Baum rückte die Wehr im April aus. "Der Tierhalter hat sich bis heute nicht bei uns gemeldet. Er hat aber nichts zu befürchten. Tierrettung wird nicht in Rechnung gestellt", informiert Wehrleiter Bernd Friedrich. Im Juni rückten die Kameraden zur technischen Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall an. Wenige Tage später unterstützten sie die Stendaler Wehr beim Löschen eines leerstehenden Lagerhalle an der Lüderitzer Straße. Den letzten Einsatz des Jahres gab es am ersten Weihnachtstag. Die Kameraden unterstützten Eon-Avacon beim Entfernen von Bäumen, die bei Wilhelmshof auf die Überlandleitung fielen. "Alles in allem war es ein ruhiges Jahr", fasste der Wehrleiter zusammen.

Dieses Fazit bezog Friedrich auch auf die Ausbildungstätigkeit seines Teams. "Wegen der Vorbereitungen für die 850-Jahrfeier Döbbelins haben wir die Ausbildung schleifen lassen", gestand er ein. Auf Standortebene wurden 37 von geforderten 40 Stunden geleistet. "Dieses Jahr muss das anders werden", forderte Friedrich. Ganz untätig waren die Döbbeliner aber nicht. Auf Kreisebene absolvierte ein Kamerad einen Lehrgang zum Atemschutzgeräteträger, zwei weitere zur technischen Hilfeleistung. Jugendwart Mirco Giese besuchten einen Schiedsrichter Lehrgang. Sechs Kameraden absolvierten Lehrgänge in Heyrothsberge.

2010 beteiligten sich die Brandbekämpfer am Abschnittsausscheid in Borstel. Dort belegten die Kreismeister von 2006 prompt den dritten Platz. "Ohne viel Übung, aus dem Stegreif ist das ein toller Erfolg", sagte Bernd Friedrich.

Der Wehrleiter bedankte sich bei den Mitgliedern des Fördervereins. Gemeinsam mit dem Verein und der Jugendfeuerwehr konnte die 850-Jahrfeier organisiert werden: "Wenn man bedenkt, was wir als 135-Einwohner-Dorf auf die Beine gestellt haben: Alle Achtung."

Trotz der Hilfe durch den Verein sieht Friedrich für 2011 aber Probleme beim Halloweenfest inklusive Gruselwaldwanderung auf die Wehr zukommen. Der Wehrleiter verweist auf den enormen Besucherstrom im vorigen Jahr: "Wir müssen dazu die Kameraden aus Insel oder Möringen mit ins Boot holen. Allein schaffen wir das nicht."

Zur größten Anschaffung zählte 2010 der Kauf eines Bullys. Für dieses Jahr hofft Friedrich, dass die Bohrung eines Löschwasserbrunnens erfolgt.

Zur Wehr gehören zehn Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung sowie zehn Mitglieder der Jugendwehr. Der Feuerwehrnachwuchs war 2010 sehr erfolgreich. Er holte den ersten Platz beim Orientierungsmarsch in Badingen, den zweiten beim Jugendausscheid in Döbbelin und den dritten Platz beim Stadtausscheid in Borstel. Seit September erfolgt die Ausbildung gemeinsam mit der Jugendwehr Möringen und Klein Möringen, die zusammen fünf Mitglieder stellen.

Ortsbürgermeister Alexander von Bismarck begrüßt das Engagement der Feuerwehrkameraden und Vereinsmitglieder: "Der Ortschaftsrat kann stolz darauf sein, was er hier unterstützt. Schließlich zählt die Döbbeliner Wehr zu einer der wenigen in der Region, die auch tagsüber einsatzbereit sind." Bismarck appelliert an die Chefs der Feuerwehrmänner, sie bei Einsätzen zu unterstützen: "Das Ehrenamt müssen wir fördern. Nicht alles ist allein vom Staat zu fordern und zu leisten."