Stendal (ge). Am Donnerstag der vergangenen Woche wurde in der Urologischen Klinik des Johanniter-Krankenhauses Stendal erstmalig eine Prostatakrebsoperation erfolgreich mit der sogenannten Schlüssellochtechnik (Bauchspiegelungsoperation) durchgeführt.

Oberarzt Dr. Guido Kramer nennt das "einen Meilenstein", der aber auch Ergebnis der konsequenten Fortführung dieser Operationsmethode sei. Den Eingriff führte der Urologe gemeinsam mit dem Gastoperateur Dr. Thomas Krings aus Krefeld und Oberarzt Dr. Alexander Albrecht durch.

Seit Einführung dieser Operationsmethode kann die Urologische Klinik mittlerweile auf 150 dieser Spezialeingriffe an verschieden Organen (Niere, Nierenbecken, Harnleiter, Lymphbahnen und jetzt Prostata) zurückblicken, deren Schwierigkeitsgrade sich ständig erhöht haben. So konnten im Jahr 2009 bereits fast die Hälfte aller Nierentumoren mit dieser schonenden Therapie entfernt werden.

Die Patienten profitieren von einer schnellen Erholungsphase, früher Mobilisierung, Wegfall eines Bauchschnittes, kosmetisch gutem Ergebnis sowie einem kürzeren Krankenhausaufenthalt.

Im aktuellen Fall konnte der Patient am fünften Tag nach der Operation die Klinik verlassen, während bei konventionellen Methoden zehn bis zwölf Tage Krankenhausaufenthalt die Regel waren.

"Wir möchten unseren Patienten auch weiterhin die neuesten Techniken in unserem Fachgebiet anbieten, um mit minimalem Trauma eine schnelle Heilung zu gewährleisten, und werden auf diesem Gebiet der modernen Chirurgie konsequent weiterarbeiten" blickt Dr. Kramer voraus. Der Oberarzt der Urologischen Klinik weiß aber auch die Teamleistung zu würdigen. Sein Dankeschön gilt dem gesamten OP-Team, denn nur mit viel Motivation und großem technischen Verständnis aller Beteiligten seien solche Eingriffe überhaupt erst möglich.