Seit vielen Jahren nutzen Judokas, Kraftsportler, Kegelfreunde und Schützen das Waldschlösschen als Trainingsstätte. Es ist nur bedingt nutzbar. Moderne Bedingungen sehen anders aus. Die Stadt hat seit Jahren ein Neubauprojekt in der Schublade, aber kein Geld. Das soll sich ändern.

Tangermünde l Ende 2007 verstanden die Judokas und Kraftsportler die Welt nicht mehr. Von einem Tag auf den anderen war es ihnen untersagt, im Waldschlösschen zu trainieren. Das Dach, so hieß es, sei statisch hinüber. Erst mit Unterstützung von Tangermünder Firmen gelang es, eine Notkonstruktion einzubauen. Seitdem wird "drumher trainiert". Seit sechs Jahren hält dieser Zustand an.

"Wir sind auf verschiedenen Schienen unterwegs."

Bürgermeister Rudolf Opitz

Die Stadt blieb in dieser Zeit nicht untätig. Bald nach der Mängelfeststellung wurde ein Projekt für einen Ersatzneubau in Auftrag gegeben, in Ausschüssen und Fraktionen darüber diskutiert. An den Ort, an dem heute das frühere Waldschlösschen steht, soll danach ein Neubau gesetzt werden, der allen Sektionen Platz und Trainingsmöglichkeiten bietet.

Schließlich hat die Stadt in den vergangenen 20 Jahren viel für den Sport getan: ein Stadion gebaut, ein Sportzentrum errichtet, für die Ruderer ein Bootshaus auf historische Fundamente gesetzt. Lediglich die Nutzer des Waldschlösschens müssen mit dem hässlichen Entlein Vorlieb nehmen, ohne dabei Aussicht auf Veränderungen zu haben.

Nach den Diskussionen um die Ersatzpläne verschwand das Projekt erst einmal wieder in der Schublade. Ohne Fördermittel will die Kommune das Millionen-Vorhaben nicht angehen. Kredite hat sie schließlich seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr aufgenommen.

Jetzt macht Bürgermeister Rudolf Opitz den Judokas, Kraftsportlern, Schützen und Kegelfreunden Hoffnung. Zumindest die Hälfte der erforderlichen 2,4 Millionen Euro wäre schon sicher, verriet er Anfang Dezember während der Sportlerehrung in der Salzkirche. Wieder einmal sei es die Hugo-Meyer-Nachfahren-Stiftung, die der Stadt unter die Arme greife und 50 Prozent des Geldes zugesichert habe. "Außerdem sind wir auf verschiedenen Schienen unterwegs", versicherte Opitz, um Quellen ausfindig zu machen, aus denen die noch fehlenden 50 Prozent kommen könnten.

Sehr gern, so machte es der Bürgermeister deutlich, würde er vor seinem Abschied in den Ruhestand im Juli 2015 noch den Grundstein für den Neubau dieser Trainingsstätte legen. "Ich denke, 2016 steht eine wunderbare Halle am Wäldchen für das Training zu Verfügung", sagte er. Damit wäre dann der letzte Sportstandort modernisiert. Denn auch die Halle der Sekundarschule erfährt bis Mitte dieses Jahres eine komplette Sanierung.