Wenn auch die Einwohner von Tangerhütte, Briest und Mahlpfuhl nicht unmittelbar vom Hochwasser betroffen waren, spielt die Flut in der Jahresbilanz von Gerhard Borstell (SPD) eine große Rolle. Das Kulturhaus liegt dem Tangerhütter Ortsbürgermeister ebenfalls am Herzen.

Tangerhütte l "Mein Dank geht an all die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die mit großer Einsatzbereitschaft beim Sandsäcke füllen in Tangerhütte aktiv waren und an diejenigen, die auf andere Weise, wie zum Beispiel bei der Technikbereitstellung oder bei der Versorgung mitgeholfen haben", so Gerhard Borstell. Die dramatischen Ereignisse im Zusammenhang mit der Flut im Juni und deren Folgen hätten viele Menschen heute noch vor Augen, ist er sich sicher. Ängste wurden ausgelöst. Es werde noch einige Zeit vergehen, bis die Schäden vollends beseitigt seien.

Das neue Feuerwehrhaus im Industriegebiet habe sich während dieser Tage im Juni als Leitungs - und Einsatzzentrale bestens bewährt. Dort seien alle erforderlichen Maßnahmen geplant und notwendige Entscheidungen für den Einsatz der Kräfte vor Ort getroffen worden. Künftig sei es wichtig, "den Hochwasserschutz auch aus Tangerhütter Sicht fordernd und konstruktiv zu begleiten, um den Bürgern, den Unternehmen, Gewerbetreibenden, Handwerkern und den vielen Einrichtungen in der Stadt ein Sicherheitsgefühl zu geben."

Borstell erinnerte in diesem Zusammenhang an eine Informationsveranstaltung, die im September im Kulturhaus stattfand. Dort erläuterten Fachleute die Gefährdungslage für Tangerhütte, Briest und Mahlpfuhl und sie erklärten geplante Hochwasserschutzvorhaben. "Der im Zuge der Flut vorangetriebene und geplante Bau von Deichanlagen soll in unserer Umgebung, unter anderem in Orten wie Weißewarte und Demker beziehungsweise Tangerhütte, auch mit Blick auf den Treuelbereich künftig ausreichend vor Hochwasser schützen", so Borstell.

Der Tangerhütter Ortsbürgermeister hob darüber hinaus hervor, was in jüngerer Vergangenheit erreicht wurde: "Die Grundschule und die Kindereinrichtungen haben nach ihrer Sanierung eine erfolgreiche Zeit verbuchen können. Die Wilhelm-Wundt-Schule hatte den Start als Gemeinschaftsschule nach einer konzentrierten Vorbereitungsphase mit Bravour bewältigt." Wenn alles gut läuft, werde diese Bildungseinrichtung ab dem Jahr 2015 energetisch saniert. Zudem habe das Schüler - und Freizeitzentrum gegenüber dieser Schule neue Räume beziehen können, nun werde dort in gewohnter Weise wie am alten Standort weiter gewirkt.

Mittel für Straßenbau werden knapper

Den Vereinen dankt Borstell für das große ehrenamtliche Engagement auf sportlichem, sozialem und kulturellem Gebiet. Vielen Einwohnern hätten sie Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung geboten. Viele Vereine würden zudem öffentliche Veranstaltungen und Feste mitgestalten. "Ortschaftsrat und Vereine können wieder einmal auf eine gelungene Zusammenarbeit zurückblicken und optimistisch die Aufgaben des kommenden Jahres angehen", so Borstell.

Als Ortsbürgermeister verschwieg er allerdings nicht die unerledigten Dinge: "Kritisch beurteilen muss man den Zustand vieler Straßen und Gehwege in Tangerhütte", sagte er. Leider erhalte die Stadt seit einigen Jahren im Rahmen des Programms Stadtumbau-Ost nicht mehr ausreichend Mittel, um größere Straßenabschnitte sanieren zu können. Außerdem könne der Bauhof wegen begrenzter Mittel nur die dringendsten Reparaturen ausführen", begründete er. "Besonders im Interesse der Sicherheit muss hier über eine neue Herangehensweise nachgedacht werden", fordert Borstell.

Das Thema Kulturhaus habe der Ortsbürgermeister bereits vor zwölf Monaten ansprechen müssen. Das Bekenntnis des Stadtrates zum Erhalt des Hauses mündete darin, dass Nutzungs- und Ausbauvarianten untersucht worden seien. Im Rahmen dieser Untersuchung seien neben den Brandschutzproblemen in größerem Umfang weitere technische und bauliche Mängel erfasst worden. Nun müsse geklärt werden, welche Aufgaben das Kulturhaus künftig für Tangerhütte und die Einheitsgemeinde übernehmen soll. Schließlich sei herauszufinden, welche Mittel zur Mängelbeseitigung und für die baulichen und technischen Veränderungen aus dem Haushalt der Einheitsgemeinde und aus Förderprogrammen bereitgestellt werden können. Darüber hinaus benötige das Haus für die Betriebskosten jährlich ein auskömmliches Budget. Laut Borstell gehe es insgesamt um viel Geld. Der Stadtrat werde sich nach Fertigstellung der Studie zu den Nutzungs- und Ausbauvarianten Anfang 2014 mit der Problematik befassen. Borstell hofft auf eine Entscheidung zu Gunsten des Hauses.