Nicht nur bei Touristen steht Tangermünde hoch im Kurs. Auch junge und ältere Paare, jene, die noch den perfekten Ort für ihre Hochzeit oder kirchliche Trauung suchen, kommen gern in die Stadt an der Elbe. Waren es 2009 noch 104 Paare, so ging die Zahl im vergangenen Jahr leicht zurück auf 92.

Tangermünde. Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands, hin und wieder sogar aus anderen Ländern dieser Erde, um sich in der Stadt Tangermünde für immer einander zu versprechen. Jahr für Jahr zieht es Paare, ganz gleich welchen Alters, in das Städtchen an der Elbe. Es fasziniert und imponiert mit seinem Charme, seiner Lage und seinen Angeboten. Und sind es nicht die Paare selbst, die diese Entdeckung gemacht haben, so sind es Verwandte oder Bekannte, die ihnen eine Hochzeit in diesem Teil Deutschlands empfehlen.

Mundpropaganda

Eine, die das mehrfach erfahren hat, ist Hotelchefin Ulrike Brune aus Storkau. "Oft ist es Mundpropaganda, sind es Teilnehmer von Veranstaltungen in unserem Haus, die hier bei uns heiraten", verrät sie. Im vergangenen Jahr seien es etwa 15 Brautpaare gewesen, die im Storkauer Schloss den Schritt in die Ehe wagten. Fünf davon wurden vom Tangermünder Standesamt begleitet. In allen anderen Fällen gab es eine Zeremonie in der Storkauer Kirche oder direkt am Ufer der Elbe mit einem Prediger. Das entscheiden die Paare selbst.

Dabei geht es im Hotel Schloss Storkau hin und wieder ganz international zu. Während ein Partner des Brautpaares aus der Region stammt, kam der andere in der Vergangenheit zum Beispiel aus Kanada, Mexiko oder China.

Für den Tangermünder Standesbeamten Steffen Schilm gab es im vergangenen Jahr jedoch keine internationalen Brautpaare. 39 der 92 Paare kamen aus Tangermünde und Umgebung. Alle anderen kamen unter anderem aus Berlin, Bremen, Potsdam, Gotha, Gera, Wolfsburg, Bielefeld, Hamburg, Braunschweig, Magdeburg oder Rathenow.

Es gab sehr junge Menschen, die sich bereits mit 19 Jahren für den Schritt in die Ehe entschlossen. Doch auch mit 73 Jahren ist es dafür nicht zu spät, wie während einer der 92 Hochzeiten bewiesen wurde. "Besonders ist jede Eheschließung", sagt Steffen Schilm. Denn immer sind es andere Menschen, andere Verwandte. Ein "Nein" hat der Standesbeamte im vergangenen Jahr nicht gehört.

Beliebtester Ort der standesamtlichen Trauung war mit 72 Buchungen das historische Rathaus der Stadt. In sechs Fällen wurde aber auch die Salzkirche zu dem Ort, an dem die Ehe geschlossen wurde. Neun Paare zogen das Dienstzimmer des Standesbeamten vor, heirateten also in aller Stille.

Wie im Vorjahr war auch 2010 der Wonnemonat Mai mit 15 Hochzeitsterminen wieder der beliebteste, jedoch gleichauf mit dem Juli (15), gefolgt von September (12) und August (11). Im Januar und März trauten sich ingesamt fünf Paare vor dem Standesbeamten. Die meisten Paare wurden an Freitagen (39) und Sonnabenden (35) in den Stand der Ehe geschickt.

Doch nicht nur Steffen Schilm hatte 2010 jede Menge zu tun. Auch der evangelische Pfarrer Jürgen Weinert war im vergangenen Jahr mehrfach im Einsatz, um Brautpaaren aus allen Ecken Deutschlands vor Gott das Versprechen füreinander abzunehmen. Waren es 2009 zehn Paare, so betreute Pfarrer Weinert 2010 elf Paare. Zwei dieser Trauungen waren ganz besondere. Jürgen Weinert nennt sie auch "Traufen". Denn verbunden mit der kirchlichen Trauung war in zwei Fällen eine Taufe. "Einmal wurde die Tochter des Paares, in dem anderen Fall die Braut selbst getauft", erklärt Pfarrer Weinert.

Zu den elf Trauungen kamen 2010 noch eine Diamantene und eine Goldene Hochzeit hinzu.

Gesamtpaket lockt

Viele Brautpaare verbringen den schönsten Tag ihres Lebens nicht nur für den Akt der Trauung in der Stadt. Etliche wählen das Hotel Schloss Tangermünde für die Feierlichkeiten aus. Im Vergleich zum Storkauer Hotel sind es hier nur ganz wenige, die diesen Ort nutzen, um noch einmal eine feierliche Zeremonie zu vollziehen. Paare, die hier ihren Hochzeitstag verbringen, wollen an diesem Standort mit Flair feiern, Gäste und Freunde willkommen heißen, unvergessliche Stunden und auch die Hochzeitsnacht verbringen.

"Es kommt vor, dass Paare, die bei uns die Silberhochzeit feiern, noch einmal die vergangenen 25 Jahre mit einer festlichen Zeremonie verbinden", berichtet Hotel-Chefin Melanie Busse. Ansonsten sei es die Schönheit der Stadt und das Gesamtpaket, das Tangermünde bietet, was viele Frischverliebte und Heiratswillige anspreche.

"Unsere Erfahrung ist es: Je später am Tag eine Hochzeit beginnt, desto schöner ist die Stimmung", sagt Melanie Busse. Gäste, die von weither anreisen, seien weniger angespannt, der Tag für das Paar selbst beginne ruhiger. Deshalb würde sie sich von der Verwaltung wünschen, an Sonnabenden auch Eheschließungen nach 12 Uhr bis 16 Uhr möglich zu machen. Was in anderen Orten der Region längst möglich ist, scheint für Tangermünde eine unüberwindbare Hürde zu sein. Ein Jahr im Voraus kann sich hier kein Brautpaar anmelden. Sechs Monate vor Termin ist das Frühestmögliche. Für jene, die ein Jahr Planungszeit benötigen, eine unverständliche Tatsache.