Fischer Gernot Quaschny wollte Dienstagnachmittag seinem Handwerk, dem Zugnetz-Fischereibetrieb, nachgehen. Statt vieler Fische entdeckte er aber Autowracks im ehemaligen Hafen des Kernkraftwerks Arneburg. Per Kran wurden diese geborgen.

Arneburg l Als Fischer Gernot Quaschny am Dienstag gegen 14 Uhr mit seinem Boot die Elbe abfuhr, wurde er im Hafenbecken auf Radfelgen unter der Wasseroberfläche aufmerksam. "Daraufhin habe ich das Ganze mit dem Ruder abgetastet", schildert Quaschny. Schnell wurde ihm klar, dass nicht nur Reifen, sondern ein ganzes Auto im Wasser lag.

"Ich habe sofort die Wasserschutzpolizei verständigt. Es war ja nicht auszuschließen, dass es sich um ein Verbrechen handeln könnte", sagt Quaschny, der als Fischer auch für die Sauberkeit seiner Gewässer verantwortlich ist. Wie er berichtet, findet er des Öfteren alte Fahrräder oder Autoteile in der Elbe, ein ganzes Fahrzeug ist ihm bisher aber noch nicht untergekommen. Wie sich herausstellte, blieb es nicht bei dem einen Fahrzeug (Volksstimme berichtete gestern).

Die Wasserschutzpolizei zog Kräfte der Feuerwehr Arneburg, Taucher der DLRG und ein Abschleppunternehmen hinzu. Die Taucher entdeckten in unmittelbarer Nähe zum Wrack zwei weitere Fahrzeuge. Mit einem Kran wurden die Autos geborgen. Gegen 16.15 Uhr war das erste Fahrzeug an Land. Aus dem Wasser kamen ein Passat, Baujahr 1989, ein 19 Jahre alter Ford Fiesta, der laut gefundenem Service-Scheckheft aus Berlin stammt, und ein Polo aus dem Jahr 2005.

Wagen waren seit 2011 und 2013 abgemeldet

"Die genaue Liegezeit im Wasser ist derzeit nicht bekannt. Ein Pkw lag, aufgrund der Ablagerungen erkennbar, schon längere Zeit im Wasser", erläutert Dietmar Bloch vom Wasserschutzpolizeirevier Land Sachsen-Anhalt. Offensichtlich handelt es sich dabei um einen Wagen, der 2011 abgemeldet wurde. Die beiden anderen Autos wurden im vergangenen Jahr abgemeldet, so Bloch. Wie die Polizei mitteilte, befanden sich keine Personen in den Fahrzeugen. Die Autos waren auch nicht zur Fahndung ausgeschrieben. Ermittelt wird nun gegen unbekannt wegen Verstoß wegen Gewässerverunreinigung und unerlaubtem Umgang mit Abfällen.