Im vergangenen Jahr erhielt der Landkreis 177 Asylbewerber zugewiesen. 2014 steigt die Zahl. In Stendal ziehen Asylbewerber verstärkt in eigene Wohnungen außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft.

Stendal l Der Landkreis Stendal muss in diesem Jahr rund 235Asylbeweber aufnehmen. Die Zahl ist ansteigend, im vergangenen Jahr waren es noch 177 Personen gewesen. Dies geht aus aktuellen Prognosen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hervor. "Wir sind darauf eingestellt und haben genügend Kapazitäten", sagt Sebastian Stoll, 2. Beigeordneter des Landkreises.

Wie alle Landkreise und kreisfreien Städte so muss auch Stendal nach einer bestimmten Quote, die sich nach der Einwohnerzahl richtet, neue Asylbewerber aufnehmen, die das Land Sachsen-Anhalt vom Bundesamt zugewiesen bekommt.

Kreis erhält 5,8 Prozent der Asylbewerber

Nach den neuesten Prognosen kommen 2014 rund 140000 Asylbewerber - und damit etwa 30000 mehr als 2013 - nach Deutschland, wie Rolf Harder als Leiter der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) in Halberstadt auf Volksstimme-Anfrage sagt. Sachsen-Anhalt nimmt 2,9 Prozent (4060) auf. Davon wiederum übernimmt der Landkreis Stendal 5,8 Prozent (235).

Mitte des vergangenen Jahres sei die Zahl der Aufnahmen in Halberstadt stark gestiegen. Vor allem der Anteil der Menschen aus Syrien stieg an. Ingesamt kamen 662Syrer im vergangenen Jahr nach Sachsen-Anhalt. Syrer stellten damit die größte Gruppe dar, gefolgt von Asylbewerbern aus der Russischen Föderation mit 443 Menschen und Serbien mit 389. Erst an vierter Stelle folgt mit Mali (386) ein afrikanisches Land. An fünfter Stelle liegt mit 247Menschen Indien.

Der größte Teil der Asylbewerber in Stendal ist in der Gemeinschaftsunterkunft am Möringer Weg untergebracht. Derzeit sind es 280 Menschen, wie Sebastian Stoll berichtet. Im September 2013 waren es noch 40 Menschen weniger gewesen. "Wir haben einen zusätzliche Aufgang in der Gemeinschaftsunterkunft angemietet", sagt der zuständige Beigeordnete des Landkreises. Das Haus hat eine Gesamtkapazität, die für 300 Menschen ausreicht.

In Stendal läuft derzeit darüber hinaus das Bemühen, Asylbewerber dezentral - also in Wohnungen im Stadtgebiet - unterzubringen. Mittlerweile ist dies für 47 Personen geschehen. "Es laufen weitere Anträge", so Stoll. Eine Richtlinie des Landkreises sei erarbeitet worden und werde im nächsten Sozialausschuss vorgestellt. Da die Anträge Ende 2013 in geballter Form aufgelaufen seien, konnten noch nicht alle erledigt werden. Als Problem habe sich die Ausstattung der Wohnungen herausgestellt.

Beim Landkreis wird mit Mehrkosten der dezentralen Unterbringung von rund 15000 bis 20000 Euro für das Jahr 2014 gerechnet. "Genau können wir dies erst nach Ablauf des Jahres sagen", so Stoll. Erfahrungswerte fehlen noch.