Trotz Besucherrekords im vergangenen wird das Altoa auch in diesem Jahr wieder mit einem so genannten Verlustausgleich unterstützt. Der beträgt knapp 200000 Euro. Geschäftsführer Marcus Schreiber ist dennoch zufrieden.

Stendal l Genau 137077 Wasserfreunde kamen im vergangenen Jahr ins Altoa. "So viele Besucher hatten wir noch nie", freute sich Geschäftsführer Marcus Schreiber im Gespräch mit der Volksstimme. Und dennoch schoss die Stadt wieder 180000 Euro Verlustausgleich dazu. Die Vorstellung, dass sich das Bad einmal selbst tragen könnte, hält Schreiber auch für eine Utopie. Jüngst sei er im Stadtrat gefragt worden, was denn seine Vision für die kommenden Jahre sei. "Dass unser Zuschussbedarf auf dem Niveau bleibt und nicht steigt", hatte er darauf geantwortet. Denn mit dem Zuschuss liegt das Stendaler Bad auf dem Stand der meisten in der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen organisierten Einrichtungen. "Nur große Thermen arbeiten mit schwarzen Zahlen", weiß er.

Seit seiner Eröffnung Ende 2002, zwei Jahre später kam Schreiber als Geschäftsführer an Bord, ist das Bad von größeren Schäden weitgehend verschont geblieben. Lediglich 2010 und 2012 lösten sich Fliesen im Schwimmerbecken. Die Gewährleistung war abgelaufen, der Gesamtschaden betrug rund 100000 Euro. Zudem war das Bad länger als üblich geschlossen. Und die Attraktionspumpe, die unter anderem dafür sorgt, dass sich der Sprudel im Erlebnisbecken dreht und der Wellengang für Vergnügen sorgt, musste 2008 für rund 25000 Euro repariert werden. "Das konnten wir allerdings aus laufenden Mitteln decken", sagte Schreiber. Die jährlichen Wartungspausen nach den Sommerferien verliefen bis auf diese Ausnahmen stets planmäßig.

Sie sind auch nicht der Grund für den Zuschussbedarf. "Wir steigern jedes Jahr unsere Einnahmen", erklärte Schreiber. So betrug der Umsatz im vergangenen Jahr rund 190000 Euro. Allerdings steigen auch die Ausgaben. Die Stromkosten sind um 9,8, die Fernwärmekosten um 6,6 Prozent gestiegen. "Allein das macht Mehrausgaben von 30000 Euro aus", konkretisierte Schreiber.

Für die kommenden drei Jahre hat er im Wirtschaftsplan einen leicht gestiegenen Verlustausgleich von 190000 Euro veranschlagt. Daneben wird das Bad noch mit einer Investitionssumme von 30000 Euro unterstützt. "In diesem Jahr werden wir die Duschanlage austauschen", erklärte Schreiber. Die recht anfälligen Magnetventile werden durch unempfindlichere Armaturen ersetzt. Jedes Jahr fließt in die Kasse des Altoa außerdem ein Nutzungsentgelt in Höhe von rund 409000 Euro, damit die Schulen im Landkreis Stendal und einzelne Stendaler Vereine die Einrichtung nutzen können.

Vier Euro mehr für schwarze Zahlen

"Um uns also wirklich selbst tragen zu können, müssten wir rund 600000 Euro aufbringen", rechnete Schreiber vor. Gemessen an der Besucherzahl vom vergangenen Jahr würde dies einen Preisanstieg um vier Euro bedeuten. "Das können wir nicht wagen", sagte Schreiber. Solch ein Bad müsse eine Stadt wollen und sich leisten können. "Ich bin froh darüber", meinte er, "dass es am Altoa noch keinen Zweifel gegeben hat."