Die besinnlichen Feiertage liegen hinter uns. Die übriggebliebenen Spekulatius werden zum Kaffee verzehrt, die CDs vom Gabentisch Probe gehört, die selbstgestrickten Socken Probe getragen, die letzten Neujahrswünsche ausgesprochen und empfangen. Schön war sie, die "stade Zeit"... Besinnlich. Richtig entspannend... Nein? Nicht entspannend und still? Stressig?? Termindruck und zu viele Einladungen? Ach was!? Tut mir leid, aber damit können Sie einen Theatermann nicht beeindrucken.

Der Dezember und ganz besonders die Zeit unmittelbar vor, während und nach Weihnachten und dem Jahreswechsel sind für unsereins außerordentlich intensiv und strapaziös! Aber andererseits - diese Tage lohnen sich: volles Haus, Publikum, das sich erbauen möchte, prächtiger Umsatz. Natürlich hat der Intendant leicht reden. Er lässt spielen, streicht den Gewinn ein und rechnet diesen lächelnd in seine Bilanz. Aber der Gerechtigkeit halber sei erwähnt: Auch ich war eingespannt. Direktionsdienst am 1. Weihnachtsfeiertag sowie an Silvester - und am 26. Dezember las ich Saint-Exupérys "Kleinen Prinzen".

Und nun die Sonntagsfrage: Was haben wir eingenommen in der Zeit von der "Schneekönigin" am Montag vor Heiligabend bis zum Neujahrskonzert der wunderbaren Brandenburger Symphoniker? Und ich frage nur nach den Hauseinnahmen, nicht nach den Gastspielhonoraren, die wir ebenfalls außerhalb der Stadtmauern erwirtschafteten. Vor zwei Jahren waren es mit zwei Dutzend Hausvorstellungen 45000 Euro. Um die Jahreswende 2012/13 mit 22 Vorstellungen 55000 Euro. Und dieses Mal waren es sensationelle 60000 Euro Einnahmen durch Ticketverkauf bei 26 Vorstellungen und knapp 4750 Zuschauern! Innerhalb von zwei Wochen Sinfoniekonzerte, Liederabend, Schauspiel, Weihnachtsmärchen, Erzähltheater für die Kleinsten, Musical, Komödie, Operngastspiel, Lesung, Ballett - alles in Ihrem Theater.

Ich bin wieder einmal von meinen Mitarbeitern beeindruckt, ich muss das einfach so sagen. Danke für 2013. So kann\'s weitergehen.

Alexander Netschajew ist Intendant des Theaters der Altmark in Stendal und meldet sich regelmäßig an dieser Stelle zu Wort