Stendal l 57 Paare aus der Altmark haben sich an der Hochzeitsaktion der Volksstimme beteiligt. Am 1.Februar wird das Gewinnerpaar präsentiert. Zuvor erzählen drei Brautpaare ihre ganz persönliche Geschichte. In unserer dritten Folge tun das Manuela und Torsten Seeger.

Ein Heiratsantrag auf dem Eiffelturm? Der Uchtspringer Torsten Seeger hat es gemacht und keinen Korb bekommen. Im Gegenteil. Seit dem 31. August 2013 sind er und Manuela Seeger Mann und Frau. Und sie turteln noch immer. Dabei kennt sich das Brautpaar eigentlich eine halbe Ewigkeit.

Liebesbrief in achter Klasse blieb unerwidert

In der Regentonne vor über 40 Jahren fing nämlich alles an. Da waren die beiden noch sehr klein, acht Jahre alt, wohnten in Staats und spielten Tag für Tag miteinander - in der "berüchtigten Regentonne" in Torstens Garten oder in der Sandkuhle im Dorf. Auch im Kindergarten gehörten beide zu einer Truppe. "Ich habe oft mit den Jungs Fußball gespielt, weil wir eine Altersgruppe waren", erinnert sich Manuela Seeger. "Aber wir waren nur Spielkameraden." In der Schule gab es dann den ersten Liebesbrief. Die Achtklässlerin wusste damals sofort, wessen Feder der Brief ohne Unterschrift entsprungen war. Manuela Seeger lacht. "Die blauen Plastikbuchstaben, die draufgeklebt waren, hatte doch nur Torsten." Doch der Brief verfehlte sein Ziel - zu einer engeren Beziehung kam es nicht.

Ende der 80er heirateten beide jeweils andere Partner und gründeten ihre Familien. Nur gelegentlich sah man sich. Zum Beispiel, als Torsten Seeger kurz nach der Wende Staatser Bürgermeister war. Manuela Seeger musste bei ihm einen Reparatur-Antrag abgeben, weil ihr Klospülkasten kaputt war. Ansonsten habe man "sich immer mal gesehen, aber nie was gedacht".

Zum folgenreichen Treffen kam es erst im Sommer 2011. Beide lebten inzwischen getrennt von ihren Ex-Partnern. Und nett unterhalten haben sie sich auch. Um den Uchtspringer war es da bereits geschehen. "Um sie wiederzusehen, habe ich ihr aus dem Urlaub ein Formel-Eins-Auto mitgebracht." Beide waren nämlich leidenschaftliche Modell-Autosammler. Irgendwann folgte der zweite Liebesbrief, wieder mit blauen Druckbuchstaben - doch diesmal gab es das Happy-End!

Zweiter Tritt aufs Kleid als gutes Omen

Nach dem Antrag in Paris wurde geheiratet und zwar in der Staatser Kirche. Denn mit seinem Heimatort fühlt sich das Paar eng verbunden. Bereut haben beide den Schritt bis heute nicht, im Gegenteil - sie turteln unentwegt. "Einmal mache ich das noch", hatte Torsten Seeger sich vor dem Antrag gesagt. "Außerdem ist es so, als würden wir uns schon ewig kennen. Wir sind doch Staatser."

Und Manuela Seeger verrät noch eine kleine Anekdote: Kurz vor der Trauung trat Torsten ihr aufs Kleid. "Wie damals zur Jugendweihe. Da ist er mir auch aufs Kleid getreten. Das ist doch ein gutes Omen."