Stendal. Seit Donnerstag muss sich ein 23 Jahre alter Stendaler vor der 1. Großen Strafkammer am Landgericht wegen Vergewaltigung seiner mehrjährigen Lebensgefährtin verantworten. Er soll laut Anklage die junge Frau am 30. August vorigen Jahres in der Wohnung eines Freundes in Stendal-Stadtsee zum Sex gezwungen haben. In einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung wies der Angeklagte jede Schuld von sich.

Entscheidung für die Internet-Bekanntschaft

Dabei blieb er auch in der Befragung durch Gericht und Staatsanwältin. In der Beziehung hätte es des Öfteren gekriselt und teils mehrwöchige Trennungen gegeben. Etwa 14 Tage vor dem Geschehen am 30. August sei es dann zum endgültigen Bruch gekommen und er zu dem Freund gezogen.

Am 30. August hätte die Ex-Freundin in die Wohnung gewollt, um Post abzuholen. Sie sei traurig gewesen, und er hätte sie getröstet. Einvernehmlich sei es dann zum Sex gekommen. Noch als sie in der Wohnung gewesen sei, hätte ihn eine andere Frau angerufen, die er im Internet kennengelernt, aber bis heute noch nicht getroffen haben will. Von der Ex-Freundin nach dem Anruf vor die Wahl gestellt "sie oder ich?", hätte er sich für die ihm eigentlich noch gänzlich unbekannte Frau aus dem Internet entschieden, was einen Wutausbruch der Ex-Freundin zur Folge gehabt hätte.

Brutal Opfer in Magdeburg ausgeraubt

Einen Tag später soll es dann auf einem Parkplatz zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und einem Freund auf der einen sowie der Ex-Freundin und deren Vater auf der anderen Seite gekommen sein. Während er ihr nur zugerufen hätte, "Was willst du?", soll der Vater der jungen Frau ihm gedroht haben: "Ich reiße Dir den Kopf ab".

Am 1. September wurde der Angeklagte festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Wegen mehrfachen schweren Raubes ist der als Migrant vom Balkan Stammende 2012 zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Er gehörte zu einer Gruppe von vier weiteren jungen Stendalern, die am Vorabend des ersten Advent 2011 durch Magdeburg gezogen waren und mit äußerster Brutalität unschuldige Opfer ausraubten (Volksstimme berichtete).

Der Prozess um die angebliche Vergewaltigung wird am 7. Februar fortgesetzt.