Mit Kosten von fast einer Million Euro wird die Bruchstraße eines der größten städtischen Straßenbauprojekte in diesem Jahr sein. Sie wird in zwei Abschnitten erneuert und soll dann auch fit für eine Buslinie sein. In der nächsten Woche entscheidet der Ausschuss für Stadtentwicklung über die Pläne.

Stendal. Die geplante Buslinie durch Bruchstraße und nördliche Breite Straße ist nach wie vor umstritten. Die Bewohner der Bruchstraße sind über die Pläne nicht sonderlich begeistert und wollen nicht unbedingt eine Haltestelle vor ihrem Haus haben. Das spiegelte sich bereits in der Anliegerversammlung im November vergangenen Jahres wider, wo mehrere die Meinung vertraten, der Bushalt am Ostwall reiche völlig aus, um mit wenigen Schritten ins Zentrum zu gelangen.

Andere Stendaler sehen das anders. Wer schon etwas älter oder aus anderen Gründen nicht so gut zu Fuß ist, würde sich schon gern bis ins Herz der Stadt fahren lassen; eine Haltestelle vor Ramelow wäre da ideal. So forderte Volksstimme-Leser Markus Korbie kürzlich eine bessere Anbindung von Stadtsee an die Altstadt.

In den Plänen für den in diesem Jahr anstehenden Ausbau der Bruchstraße, die dem Ausschuss für Stadtentwicklung am 19. Januar zum Beschluss vorgelegt werden, ist die Buslinie durch die Altstadt jedenfalls enthalten. Wo genau die Haltestellen platziert werden, steht jedoch noch nicht fest. Dazu würden noch separate Gespräche, unter anderem mit den Anliegern geführt, heißt es im Ergebnis der öffentlichen Auslegung der Pläne und der Anliegerinformationsveranstaltung im Anhang der Planungsunterlagen. An Stendal-Bus soll‘s nicht scheitern. Der neue Betreiber des Stadtbusverkehrs hatte dem Landkreis in seinen Ausschreibungsunterlagen eine Linie durch die Altstadt mit Halt am Winckelmannplatz angeboten.

962 000 Euro will sich die Hansestadt die neue Bruchstraße kosten lassen, bezahlt vor allem aus dem Förderprogramm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren. Geschehen soll das in zwei Etappen – das heißt: eigentlich in drei. Denn bevor der Straßenbau beginnen kann, muss der Regenwasserkanal, der sich als verrohrte Uchte unter der Bruchstraße hinzieht, erneuert werden.

Die nur knapp 300 Meter lange Straße ist in zwei Bauabschnitte geteilt, die Grenze ist die Gebäudekante des Hauses der Vereine am Winckelmannplatz. Der kleinere Abschnitt zwischen Ramelow und dem Haus der Vereine ist Bestandteil des Projekts von Architekt Andreas Möhlmann, mit dem er 2003 den Wettbewerb um die Neugestaltung des Winckelmannplatzes gewann. Deshalb wird dieser Teil der Straße in gleicher Weise wie die hier anschließende Breite Straße mit gepflasterten Fahrbahnen und Gehwegen gestaltet. An der Südseite, also am Winckelmannplatz, sind Fahrradständer vorgesehen, und in beide Richtungen wird es jeweils eine Bushaltestelle geben, deren genaue Position noch festzulegen ist.

Das längere Straßenstück vom Haus der Vereine bis zum Ostwall hingegen erhält eine sechs Meter breite Asphaltfahrbahn, beiderseits gesäumt von jeweils zwei Meter breiten Parkstreifen aus Naturstein. Sie sollen Platz für 30 Autos bieten. Die Gehwege bekommen einen "altstadttypischen Plattenbelag", wie es in der Beschlussvorlage heißt, die Zufahrten werden in Naturstein ausgebaut.

Dass die Bruchstraße diese Erneuerungskur nötig hat, ist ihr mühelos anzusehen. "Fahrbahn und Gehwege sind uneben, weisen Risse auf und wurden durch nachträgliche Einbauten häufig geschnitten", so dass sie in einem sehr schlechten Zustand seien, kann man in der Beschlussvorlage nachlesen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung ist bei dieser Vorlage die letzte, also beschließende Instanz.