Voll wie wohl selten war am Sonnabend der Saal des Werbener Rathauses anlässlich des Bürger- empfangs der Hansestadt. Bürgermeister Jochen Hufschmidt nutzte diesen Anlass, um verdienstvolle, ehrenamtlich tätige Einwohner zu ehren.

Werben l "Die Ehrengäste heute sind Sie alle - die Bürgerinnen und Bürger unserer Hansestadt Werben, ob Sie in Werben, Räbel, Berge, Behrendorf, Giesenslage oder auch in Neu Werben wohnen", begann Hufschmidt seine Ansprache. Er zog Bilanz des vergangenen Jahres und gab einen Ausblick auf 2014.

"Das Hochwasser 2013 hat uns gezeigt, dass 2002 kein Jahrhunderthochwasser war und dass wir als Elbestadt in Zukunft mit Hochwassern wie im letzten Juni immer rechnen müssen. Es hat sich auch gezeigt, dass eine solche Katastrophe nur bewältigt werden kann, wenn wir alle solidarisch zusammenstehen und gemeinsam handeln. Und der Zusammenhalt war großartig. Ich habe den Eindruck, dass diese Erfahrung allen gut getan und unsere Gemeinschaft enorm gestärkt hat. Der Dank der Stadt gilt allen, die geholfen haben."

2013 sei in der Hansestadt wieder einiges erreicht worden - in der Verbesserung des ländlichen Wegebaus, bei der Verbesserung und der Erweiterung der Straßenbeleuchtung. Erhebliche Gelder gingen in die kleinteiligen Maßnahmen in Werben. Schwerpunkt der baulichen Maßnahmen sei die Sanierung der Grundschule gewesen. "Keine Schule in der Verbandsgemeinde kann das vorweisen. Und darum empört es die Kinder und die Eltern, die Familien und die Bürgerinnen und Bürger, dass man unserer Stadt diese Schule nehmen will. Es verbittert, dass eine solche Entscheidung, die für die Zukunft des Ortes von so großer Tragweite ist, ohne eine sachliche Begründung von den verantwortlichen Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung gefällt wird."

"Inzwischen zeigt der Protest Wirkung"

Hufschmidt weiter: "Inzwischen zeigt der massive Protest Wirkung. Ohne das große bürgerschaftliche Engagement wäre die Schließung bereits beschlossene Sache. So aber besteht noch die Chance, dass unsere Kinder auch im nächsten Schuljahr ihre Werbener Schule besuchen. Wir müssen aber weiter dafür kämpfen".

Mit Blick auf den Veranstaltungskalender ging Hufschmidt auf die vielen Aktivitäten in der Hansestadt Werben in 2013 und 2014 ein. "Das gelingt ohne nennenswerte Gelder im Haushalt der Stadt. Es geht, weil wir so viele aktive Vereine und ein ganz besonders hohes bürgerschaftliches Engagement haben."

2013 sei das ehrenamtliche Engagement in Werben mit einem Bundespreis ausgezeichnet worden - verbunden mit einem Preisgeld von 12000 Euro für die Verdienste im städtebaulichen Denkmalschutz. "Darauf können wir alle stolz sein und ganz besonders die Vereine, die sich ehrenamtlich im Denkmalschutz organisieren", betonte Hufschmidt.

Der Redner ging auch auf das Wahljahr 2013 ein, in dem er selbst zum Stadtoberhaupt gewählt wurde. "Wenn es richtig ist, dass Freude an der Arbeit eine entscheidende Voraussetzung für ein gutes Gelingen ist, dann kann ich nur sagen: Ich habe großen Spaß an der neuen Aufgabe."

Noch einmal wurde die Schule Werben zum Thema. Der Stadtrat habe beschlossen, die Sanierungsarbeiten im Bereich Brandschutz zu einem sinnvollen Abschluss bringen. "Den letzten und eigentlich für 2014 vorgesehenen Bauabschnitt werden wir, solange die Zukunft der Schule ungewiss ist, natürlich zurückstellen." Er ging auch auf weitere Vorhaben ein (mehr dazu in einer der kommenden Ausgaben).

Werbens Bürgermeister nutzte diesen Rahmen, um einige ehrenamtlich Engagierte aus den Vereinen zu ehren. In den Dank der Stadt bezog er außerdem die bei der Stadt Beschäftigten, die AGH-Kräfte und die Mitarbeiter der Verbandsgemeinde ein. "Wenn ich jetzt einige stellvertretend für die Vielen mit einer Ehrenmedaille und einem Blumenstrauß ehre, dann bin ich mir bewusst, dass manch anderer es genauso verdient hätte."

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