Der Geschichtskoffer der Jungen Stadtführer füllt sich immer mehr. Viele kleine und große Stücke werden darin gesammelt, um damit Stadtgeschichte zu erzählen. Neben dem Sammeln der Dinge erkunden die kleinen Tangermünder das, was sich dahinter verbirgt, lernen auf diese Weise unter anderem altes Handwerk kennen.

Tangermünde l Die Jungen Tangermünder Stadtführer und Stadtführerkinder arbeiten auch seit Beginn des Jahres weiter emsig an ihrem Geschichtskofferprojekt. "Jetzt kam ein Spinnrad dazu, stellvertretend für die Schäferstraße, die uns, genauso wie die Töpfer-, Reuter-, Lange und Kleine Fischerstraße verrät, wer dort früher einmal gewohnt hat. Die Schäfer wohnten gleich in der Nähe des Stadttores, um ihre Schafherden auf dem kürzesten Weg aus der Stadt hinaus treiben zu können", erklärt Petra Hoffmann den Zusammenhang zwischen Spinnrad und Tangermünde Straßenzügen.

Jonas zeigte das Spinnen stolz den anderen

Und da aus dem Fell der Schafe damals wie heute auch noch die Schafwolle gewonnen wurde - in früherer Zeit ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung von Bekleidung - wollen die geschichtsinteressierten Kinder und Jugendlichen dieses alte Handwerk am Leben erhalten. Petra Hofmann dazu: "Damals konnte wohl jede Frau spinnen. Also versuchten es die Jungen Tangermünder Stadtführer am vergangenen Freitag auch einmal. Jonas kann schon seit einiger Zeit spinnen und zeigte es stolz den anderen. Er war der erste, der sich dafür interessierte und es auch schnell konnte."

Die Veranstaltung, also die Vorführung des Spinnens am Spinnrad, "war einer Casting-Show ähnlich", erzählt die ehrenamtlich engagierte Tangermünderin. "Es stellte sich heraus, wer aus unserer Gruppe besonderes Talent besitzt und nun weiter im Spinnen gefördert wird." Zwei Spinnräder wurden nach diesem gemeinsamen Ausflug in das alte Handwerk auch gleich zum Üben mit nach Hause genommen. Petra Hoffmann ist stolz auf ihre jungen Mitstreiter: "Es war wirklich schön zu sehen, dass alle Stadtführer echtes Interesse zeigten und stark daran interessiert waren, das Spinnen zu lernen." In den nächsten Monaten wird es für alle Kinder und Jugendlichen, die zur Gruppe gehören, noch viele Gelegenheiten geben - besonders während der Markttage in der Megedeborch - es weiter zu üben und auch anderen Leuten dieses alte Handwerk vorzuführen.

Tonaufnahmen für Koffer-Projekt und Film

Aber nicht nur das Spinnen haben die jungen Elbestädter für sich entdeckt. In der Woche zuvor hatten beide Gruppen fleißig gefilzt. Petra Hoffmann erklärt: "Die Stadtführerkinder umfilzten Seife. Jedes Kind nahm eine besonders gut gelungene Seife mit nach Hause. Die von Mathis hatte sogar einen Henkel. Mit der umfilzten Seife kann man sich richtig waschen und der Filz bewirkt auch noch einen Peeling-Effekt auf der Haut. Die Jungen Stadtführer filzten filigrane Blüten mit Stengel."

Neben diesen kreativen Treffen stehen immer wieder Tonaufnahmen an - sei es für die QR-Codes für den Geschichtskoffer oder für den nächsten Filmdreh am 21. Februar im Schönebecker Kinderfilmstudio. Hier wird ein Märchenfilm für Weihnachten 2014 gedreht. Mehr dazu verrät Petra Hoffmann in wenigen Wochen.

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