Die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Altmärkischen Museum findet auch der Vorsitzende des Husarenvereins, Peter Krupp, eine gelungene Umsetzung. Die vermisst er aber in der Realität.

Stendal l Zu den Zielen des am 20. Juli 2007 gegründeten Husarenvereins gehört es, die Geschichte und Politik der Husarenzeit zu beleuchten und in Veranstaltungen erlebbar zu machen. Unter diesem Aspekt betrachtet der Vereinsvorsitzende Peter Krupp auch die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Altmärkischen Museum. "Ich finde Sie sehr gut gemacht, sowohl den großen Zusammenhang in der oberen Etage als auch die regionalen Bezüge im unteren Stockwerk", lobt er. Die Stendaler Husaren sehen allerdings manches, was die Ausstellung des Landes fordert, in der Realität nicht umgesetzt.

Gedenktafel nicht gewollt

Auch ihnen gehe es um die Aufarbeitung der Kriegsgefangenengeschichte. Dazu gehört für Krupp auch das so genannte kleine Husaren-Denkmal am Alten Dorf in der Nähe des Uenglinger Tors. "Wenn ich mich nicht persönlich dafür interessieren würde, dann wäre es wahrscheinlich noch heute zugewuchert", vermutet er. Unverständlich ist für ihn auch, wieso es nur Mitglieder des Vereins sind, die am Volkstrauertag an diesem Denkmal der Toten gedenken.

Noch unverständlicher findet er, dass es aus denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht möglich ist, eine Tafel am Denkmal zu befestigen, die auf dessen Geschichte hinweist. Der Versuch des Vereins schlug 2012 fehl. "Wir haben bis heute keine Begründung dafür", sagt er. Wenn es Fehler in der Tafel gebe, würde der Verein die gerne berichtigen, um das Projekt zu Ende zu bringen.

Krupp ist es wichtig, Geschichte im Bewusstsein zu halten. So war es schwer, einer Abiturientin, die sich dem Thema Denkmäler gewidmet hatte, zu vermitteln, warum am großen Husaren-Denkmal an der Kreuzung Breite Straße/Altes Dorf eine Tafel zu DDR-Zeiten an die deutsch-russische Waffenbrüderschaft im Kampf gegen Napoleon erinnerte.

Gedenkstein unerwünscht

Und im vergangenen Jahr ärgerte sich Krupp darüber, dass einem weiteren Projekt Steine in den Weg gelegt wurden. Auf dem Gelände des Justizzentrums sollte zum 200. Jahrestag der Gründung des Husarenregiments auf einem Gedenkstein daran erinnert werden, dass die Husaren dort einst ihre Kaserne hatten. Aus dem Finanzministerium kam rotes Licht, solcherlei Tafeln seien an öffentlichen Gebäuden unerwünscht. "Zur Eröffnung des Justizzentrums wurden wir noch eingeladen und von Ministerpräsident und Justizministerin begrüßt, jetzt scheint es politisch zu brisant zu sein", meint Krupp nachdenklich. Und fügt hinzu: "Früher wurde festgelegt, woran und wie man sich zu erinnern hat, manchmal drängt sich das Gefühl auf, dass es immer noch so ist."