Mit dem Haushaltsentwurf für das Jahr 2011 beschäftigten sich am Dienstagabend die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Umwelt und Verkehr. Kernaussage von Kämmerer Dr. Wilhelm Peters war: "Wir müssen in Zukunft dahin kommen, dass sich alle Investitionen selbst tragen."

Tangermünde. Das Geld wird knapp. Was in den vergangenen Jahren bereits in vielen anderen Städten und Gemeinden Deutschlands Alltag wurde, ist nun auch in Tangermünde angekommen. Zum ersten Mal in 20 Jahren lässt sich der Haushalt nicht in Einnahmen und Ausgaben ausgleichen. Ein finanzielles Loch von 1,4 Millionen Euro müsste durch Einsparungen gestopft werden.

Um alle geplanten Investitionen in diesem Jahr in die Tat umsetzen zu können, muss die Stadt Tangermünde fast 200 000 Euro aus eigener Tasche zahlen, für bis 2015 geplante Investitionen noch einmal 340 000 Euro. Da die Rücklagen der Stadt jedoch immer weiter gen null gehen, ist die Kommune kaum noch in der Lage, Pläne umzusetzen.

Für dieses Jahr werden dennoch folgende Investitionen realisiert: Die Anschaffung eines Löschfahrzeugs für die Feuerwehr kostet 183 000 Euro. Die Hälfte der Summe wird vom Land gefördert. Der zweite Bauabschnitt der Langen Fischerstraße soll in Angriff genommen werden. Dr. Peters dazu: "Wir wollten ursprünglich 2013 eine Pause einlegen, um Geld für den letzten Abschnitt anzusparen. Doch nun werden wir versuchen, wie geplant vorzugehen."

In der Comeniusgrundschule wird dieses Jahr der Dachstuhl abschließend ausgebaut. Für das 202 000 Euro teure Projekt gibt es wahrscheinlich Unterstützung von der Hugo-Meyer-Nachfahrenstiftung in Höhe von 150 000 Euro. Weiter geht es außerdem mit dem Projekt Notpforte 2a. Aufgrund der "bombensicheren" Fundamente, die abgerissen werden mussten, kam es hier zu einem erheblichen Zeit- und damit auch Bauverzug. Dieser muss nun wieder aufgeholt werden. Geplant ist, das Vorhaben, dessen Ziel es ist, Räume für Archiv, Bibliothek und Ordnungsamt zu schaffen, im Jahre 2012 abzuschließen.

Auch in den Ortsteilen Tangermündes wird in diesem Jahr gebaut: unter anderem in Köckte der zweite Bauabschnitt der Lindenallee, in Langensalzwedel ein Weg zur Kirche, in Miltern der Konventsteig und die Dämmung des Gemeindesaals sowie in Grobleben Bushaltestelle, Stromanschluss und Weg zum Festplatz.

Während dieser Beratung wies Kämmerer Dr. Peters noch einmal darauf hin, dass zusammen mit den Stadtwerken Ende vergangenen Jahres kurzfristig die Erschließung von Herderstraße und Goethestraße verschoben wurde. Die Goethestraße wird nun 2013, die Herderstraße 2014 an die zentrale Entwässerung der Stadt angeschlossen. "Wir halten es seit Jahren so, mit den Stadtwerken gemeinsam Projekte umzusetzen", so Peters. Das gelinge nicht immer, doch in vielen Fällen.