Dass der Stendaler Flugplatz nicht nur ein Eldorado für kleine Maschinen ist, zeigt die Bundeswehr mit ihren Transall-Maschinen in regelmäßigen Abständen. Eine neue Technik könnte nun noch mehr Bewegung in den Standort bringen.

Stendal l "Wir sind kleiner und langsamer als ein Airbus, aber verbrauchen mit zwei Maschinen trotzdem noch deutlich weniger Treibstoff", erklärte am Mittwoch Versuchsingenieur Hermann Schmoeckel. Das Flugzeug bietet im ausgebauten Zustand Platz für bis zu 72 Passagiere und erreicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 280 Knoten (520 km/h).

Von Toulouse über Stendal nach Göteborg und zurück

Stendal war für die neunköpfige Besatzung nach ihrem Start am Mittwoch die zweite Station eines zweitägigen Testfluges (Volksstimme berichtete), der die Maschine von Frankreich über die Schweiz und Deutschland wieder über Göteborg zurück nach Toulouse brachte. Dort, wo einmal Passagiere sitzen sollen, war viel Sensorik und weitere Technik verbaut. Sie soll es ermöglichten, auch ohne teure Bodeninstrumente an Flugplätzen wie dem Stendaler sicher zu landen. Über 500 bis 700 solcher Landungen hat das Team in den vergangenen Wochen bereits absolviert.

Auch in Stendal blieb es nicht nur bei einer Landung. Nach der Ankunft am Mittwochnachmittag ging die Maschine noch einmal kurz in die Luft, um dann nach einer ersten Flugplatzschleife noch zwei Lande- und Startsequenzen zu absolvieren. Währenddessen verfolgten dutzende Flugfreunde am Boden die Aktivitäten der Gäste. Die Manöver klappten reibungslos, und das Team war ebenfalls zufrieden. Im Anschluss landeten Piloten und Crew wieder, um beim Mittagessen mit anderen Gästen ins Gespräch zu kommen.

"Das bietet für Verkehrslandeplätze wie unseren oder auch kleine Flughäfen ganz neue Perspektiven", sagte Sieghard Geyler, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft Stendal-Borstel. Er begrüßte das gesamte Team mit großer Freude. Hermann Schmoeckel ist für ihn kein Unbekannter. Er ist seit vielen Jahren ein zufriedener Gast in Stendal, wenn Airbus-Piloten ein zweiwöchiges Training absolvieren. Das nächste ist im Mai geplant.

Außerdem findet neben dem normalen Flugbetrieb im Sommer wieder ein Segelfliegertreffen mit internationaler Beteiligung statt. Doch auch weitere Höhepunkte locken die Besucher auf den Borsteler Flugplatz.

Bilder