Stendal l In dem am 21. Januar begonnenen Prozess um versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung hat der psychiatrische Sachverständige am Mittwoch sein Gutachten erstattet.

Hammer nach dem Lebensgefährten geworfen

Wie berichtet, steht eine 24-jährige Hansestädterin vor der Schwurgerichtskammer am Landgericht, weil sie im Zustand verminderter Schuldfähigkeit unter anderem einen Hammer nach ihrem Lebensgefährten geworfen und diesem nach einer Attacke mit einem Brotmesser eine Schnittverletzung an der Hand zugefügt haben soll. Des Weiteren wird ihr vorgeworfen, ihm an einem anderen Tag eine zuvor zum Konsumieren von Rauschgift benutzte Wasserpfeife an den Hals geworfen zu haben. Dessen nicht genug, wirft ihr die Anklage vor, dem durch eine tiefe Schnittwunde Verletzten mit einer Bierflasche zugesetzt zu haben. Schon zuvor soll sie die Drohung "Ich bringe dich um" ausgestoßen haben. Seit der letzten Tat ist sie vorläufig im Maßregelvollzug Uchtspringe untergebracht.

Der Psychiater bescheinigte der bislang nicht vorbestraften, aber schon mehrfach im Landeskrankenhaus Uchtspringe behandelten Angeklagten, in seinem Gutachten eine Persönlichkeitsstörung und Rauschgiftabhängigkeit. Und damit einhergehend verminderte Schuldfähigkeit. Sie sei therapiewürdig. Untherapiert seien von ihr weitere "aggressiv-impulsive Durchbrüche" zu erwarten und die Allgemeinheit somit gefährdet. Der Sachverständige empfahl dem Gericht, die Angeklagte in einem psychiatrischen Krankenhaus (Maßregelvollzug) unterzubringen.

Die Unterbringung könne aber zur Bewährung ausgesetzt werden, sofern eine umgehend beginnende mehrwöchige stationäre Therapie gewährleistet sei.

Urteil wird für 17. Februar erwartet

Nach dem Gutachten stellte die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Ulrich Galler das Schließen der Beweisaufnahme für den 17. Februar in Aussicht. Dann wird nach den Plädoyers auch das Urteil erwartet. "Mal gucken, was dabei rauskommt." Damit schloss Richter Galler am Mittwoch die Verhandlung.