Was wünschen wir uns vom neuen Jahr? Noch eine Autobahn? Noch einen Bahnhof? Atom- oder Kohlekraftwerk? Die Bürgerbewegungen des vergangenen Jahres zeigen einen Wertewandel an. Ja, wir wollen mehr, aber nicht mehr materiell. Die Besinnung auf allgemein Menschliches, Bildung und Kultur, ein Grundeinkommen rückt auf der Rangliste der Maßstäbe vor das jahrzehntelang beschworene am Geld und Weltwirtschaftsmarkt gemessene "Höher, schneller, weiter". Wachstum muss auch anders möglich sein.

Das Spielzeitmotto des Theaters der Altmark "Land in Sicht" verweist darauf, wir können stolz sein auf unsere Region, auf das, was da ist, und wir können etwas daraus machen, sowohl wirtschaftlich als auch kulturell. Die künstlerisch spielerische Auseinandersetzung mit dem Leben holt die Menschen da ab, wo sie sind, nimmt sie an die Hand, um an Grenzen zu gehen, über den Tellerrand zu schauen. Visionen sind eine wichtige, ja notwendige, Triebkraft. Bevor wir uns also für das Neue Jahr etwas Neues wünschen, schauen wir uns doch einmal selbst bewusst um, was da ist. Eines sieht man bestimmt: ein Kraftwerk haben wir schon - das Theater!

Dirk Löschner ist Intendant des Theaters der Altmark Stendal und meldet sich an dieser Stelle einmal im Monat mit einer Kultur-Kolumne zu Wort