Stendal (vl) l Wenn der Landkreis Stendal in diesem Jahr den Rettungsdienst neu vergibt, dann soll sich die Vertragsdauer verlängern. Das sagte Landrat Carsten Wulfänger (CDU) in dieser Woche im Kreisausschuss. Wurde der Rettungsdienst bislang für die Dauer von sechs Jahren vergeben, soll die Zeitspanne auf acht Jahre steigen und zudem eine Option für weitere zwei Jahre ermöglichen. Das bringe dem Partner, der den Rettungsdienst absichert, eine größere Planungssicherheit, begründet Wulfänger. Er verwies unter anderem auf die moderne Fahrzeugtechnik, die der Anbieter vorhalten müsse.

Sieben Rettungswachen im Landkreis Stendal

Gegenwärtig sind die Johanniter für den Rettungsdienst im Landkreis zuständig. "Wir sind zufrieden", stellte Wulfänger klar. Sebastian Stoll (CDU), Zweiter Beigeordneter, nannte ein Beispiel: "Zu 95 Prozent werden die Einsatzzeiten eingehalten und damit die gesetzlichen Vorgaben erfüllt." Danach müssen Rettungstransportwagen binnen zwölf Minuten am Einsatzort sein, das Notarzteinsatzfahrzeug innerhalb von 20 Minuten.

Ende des Jahres aber läuft der Vertrag aus, und eine Ausschreibung für die Neuvergabe ist zwingend vorgeschrieben. Wulfänger peilt eine Entscheidung schon im Juli an. "Wir brauchen Vorlauf", erklärte er. Und damit spielte er wohl nicht nur auf die Ausarbeitung einer Vereinbarung an. Er geht davon aus, dass es nicht nur einen Bewerber geben wird und da "liegt es in der Natur der Sache, dass wir als Kreis von unterlegenen Bewerbern verklagt werden können". Das war schon zweimal der Fall; die Entscheidung des Kreises hatte aber Bestand.

Der Ausschuss empfahl dem Kreistag einstimmig einen Rettungsdienstbereichsplan, in dem unter anderem die Anforderungen an die Notfallrettung verankert sind. Dazu zählen beispielsweise die erwähnten Hilfsfristen sowie die Standorte der Rettungswachen. Die befinden sich derzeit in Havelberg, Kläden, Seehausen, Osterburg, Stendal, Tangermünde und Tangerhütte.