Nicht einmal mehr 100 Tage sind es, bis in Stendal ein neuer Stadtrat gewählt wird. Die Parteien arbeiten an ihren Kandidatenlisten, Einzelbewerber müssen sich um ihre Stützunterschriften kümmern.

Stendal l Olaf Linke dachte wohl schon an die kommenden Wochen. "Ich freue mich auf einen interessanten und fairen Wahlkampf", sagte der Verwaltungsfachangestellte, nachdem ihn die Regionalmitgliederversammlung der Piraten am Sonnabend einstimmig zum Kandidaten für die Stadtratswahl gewählt hatte. Damit haben sich die Piraten als zweite im Rennen um die Stadtratssitze festgelegt. Bündnis 90 / Die Grünen waren noch eher am Ball. Der Stendaler Kreisverband versammelte sich bereits am 6. Januar, um die Kandidaten für die Kommunalwahl festzulegen. In Stendal werden Sylvia Gohsrich, Maik Kolloch, Björn-Eckhard Dahlke und Benny Rademacher auf dem Stimmzettel stehen.

Parteien geben auch Parteilosen eine Chance

Auch in Stendals derzeit größter Fraktion, der CDU/Landgemeinden, laufen bereits die Vorbereitungen. "Wir haben mit den Stadträten gesprochen und sind dabei auf eine gute Resonanz gestoßen", sagte Fraktionsvorsitzender Hardy Peter Güssau. Mitte März werde dann die Liste aufgestellt. Mit vielen Kandidaten die Partei ins Rennen gehen wird, konnte er gestern noch nicht sagen. Zum einen sei man noch offen für Bewerbungen, auch von Parteilosen, zum anderen habe jedes CDU-Mitglied, das sich bei der Wahlkreis-Mitgliederversammlung meldet, das Recht auf die Kandidatenliste gesetzt zu werden.

Die Fraktion der Linken steckt bereits in der inhaltlichen Diskussion für den kommenden Wahlkampf, hat aber auch ihre Liste noch nicht geschlossen. "Die Bewerbersituation sieht gar nicht so schlecht aus", war Fraktionsvorsitzender Mario Blasche zufrieden. Am 15. März wird die Partei ihre Kandidatenliste für den Stadtrat aufstellen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Reiner Instenberg sagte, er sei sehr zufrieden mit dem bisherigen Zulauf möglicher Kandidaten. "Wir sind sehr gut aufgestellt, auch mit Parteilosen und Parteilosen, die bisher noch nicht für die SPD kandidiert haben", sagte er. Dennoch könnten sich noch immer Bewerber melden. Die Liste wird bei der Ortsvereinsversammlung am 3. März aufgestellt.

Stendaler Stadtrat wird kleiner

Die Liberalen werden sich ebenfalls im kommenden Monat für ihre Stadtratskandidaten entscheiden. "Die Liste wird am 10. März aufgestellt, wir sind noch offen für Vorschläge", sagte Fraktionsvorsitzende Astrid Bleißner.

Gewählt werden kann jeder Volljährige Deutsche oder EU-Bürger, der seit mindestens drei Monaten seinen Hauptwohnsitz in Stendal hat und bei dem die Wählbarkeit nicht eingeschränkt ist. "Einzelbewerber, die nicht auf der Liste einer Partei kandidieren, brauchen 100 Stützunterschriften", sagte Maria-Luise Kloth, im Büro des Oberbürgermeisters zuständig für Wahlen und Statistik. Bis zum 31. März müssen die geprüften Unterlagen eingereicht werden.

Der Stendaler Stadtrat wird nach der Wahl kleiner sein als jetzt. Derzeit sitzen 53 Stadträte im Kommunalparlament, in der nächsten Legislaturperiode werden es wieder 40 sein. "Das ist die Anzahl, die die Gemeindeordnung für eine Stadt unserer Größe vorsieht", erklärte Kloth. Die höhere Anzahl war nur eine Übergangslösung, um Vertretern der neuen Ortsteile einen Platz einzuräumen.