Bei der Kinder- und Jugendkonferenz 2014 kamen die Ergebnisse des Projektes "Werkstatt Vielfalt" auf den langen Konferenztisch. Rund 60 junge Stendaler waren als Stadtdetektive unterwegs und erkundeten ihr Wohnumfeld.

Stendal l Im Dezember 2009 wurde erstmals eine Kinder- und Jugendkonferenz im Rathausfestsaal abgehalten. Einige Wochen waren junge Stendaler als Stadtdetektive im Rahmen des Projektes "Jumes" (Junge Menschen in Stendal) unter dem Dach des Vereins "KinderStärken" in ihrem Wohngebiet umhergepirscht und haben positive und negative Entdeckungen gemacht. Ihre Verbesserungsvorschläge hatten auch Ergebnisse: So wurde ein Rohr über die Uchte mit einem Zaun gesichert und eine Graffitiwand zum legalen Sprayen in Stadtsee aufgestellt.

Vertreter von Stadt und Polizei hören zu

Zum fünften Mal fand nun die Konferenz statt, diesmal als Ergebnis des Projektes "Werkstatt Vielfalt" und in der Pestalozzi-Schule. "Wir haben festgestellt, dass die Kinder im schulischen Umfeld befreiter auftreten als in der Rathausatmosphäre", erklärte Susanne Borkowski, Geschäftsführerin des Vereins "KinderStärken".

Vier Klassen der Pestalozzischule, die Stadtentwickler-AG der Comenius-Schule, die Tagesgruppe Stendal des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und Mädchen aus dem Mimi-Mädchentreff waren zusammen mit den Projektleiterinnen Johanna Kloss und Maria Burkhardt unterwegs. Bei der Präsentation, zu der Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU), Torsten Mehlkopf, Silke Pidun und Frank Krupp von der Stadtverwaltung sowie Jürgen Harder vom Polizeirevier erschienen waren, zeigten die Gruppen Fotos und erklärten, was ihnen aufgefallen war.

"Unsere Turnhalle stinkt und das Parkett knarrt", war von mehreren Pestalozzi-Schülern zu hören. Andere beklagten den Müll in den Straßen oder dass vor den Einkaufsmärkten Alkohol konsumiert wird. Mehr Farbe wurde gefordert, im Wohngebiet, aber auch an der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und dem Polizeirevier. Und ein Hakenkreuz, das sie im Wohngebiet entdeckten, soll verschwinden. Und gerne würden einige auch auf dem Fußballplatz an der Osterburger Straße spielen können, ohne Mitglied im Verein zu sein.

Schmotz fand es "toll, dass ihr euch Gedanken macht". Bei vielem liege es aber auch an den Kindern und Jugendlichen selbst, etwa beim Müll oder den ebenfalls beklagten Zigarettenkippen. "Die fliegen ja nicht von allein auf die Straße", sorgte er für einen Lacher.

Versprechen mit Verträgen besiegelt

Er könne, was Turnhalle und Gemeinschaftsunterkunft betrifft, zwar nicht direkt weiterhelfen, weil sie dem Landkreis gehören, er wolle sich aber dafür einsetzen, weil er die Idee gut findet. Das wurde auch vertraglich festgelegt. Wie in den Vorjahren gab es noch weitere dieser Verträge. So sicherte die Stadtverwaltung zu, sich um die Bäume an der Skaterbahn und die Schäden an der Stadtseeallee zu kümmern, und Jürgen Harder versicherte, dass das Hakenkreuz wegkommt.